Am 13. Juli ist Schluss

Ralf Pfeiffer war zwölf Jahre Bürgermeister Bad Emstals

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Wurde während seiner Amtszeit umgesetzt: Der Spiel- und Wanderrastplatz im Kurpark Sand. Ralf Pfeiffer, der am 13. Juli seinen letzten Arbeitstag als Bürgermeister Bad Emstals haben wird, hält ihn für sehr gelungen.  

Bad Emstal. Um etwas zu bewegen war Ralf Pfeiffer (parteilos) vor zwölf Jahren angetreten. Heute staunt er, was sich während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Bad Emstal alles verändert hat.

Am Freitag, 13. Juli, räumt der 55-Jährige den Chefsessel und macht seinem Nachfolger, Stefan Frankfurth (SPD), Platz. Gern hätte er noch sechs Jahre und damit eine dritte Amtszeit angehängt, stattdessen muss er aus gesundheitlichen Gründen zwei Gänge runterschalten.

„Die Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen, sie kommen schleichend“, sagt Pfeiffer beim Blick zurück auf die Entwicklung Bad Emstals und beginnt beispielhaft aufzuzählen: Kanäle wurden saniert, in Wanderwege investiert, die Bücherei zog vom Dachgeschoss im Rathaus in die Christine-Brückner-Schule um, der Spiel- und Wanderrastplatz im Kurpark Sand wurde angelegt, ebenso der friedenspädagogische Lehrpfad. Riede war noch im Programm der Dorferneuerung, als er vor zwölf Jahren die Geschäfte von Eckhard Bräutigam (SPD) übernahm, Balhorn ist noch bis zum Jahresende im Programm. 

Der Kläranlagenstreit wurde beigelegt, sagt der bekennende Tierschützer und erinnert an die Zeit, als ihnen in der Zentralkläranlage die Pumpen um die Ohren flogen und die Unzufriedenheit aller Beteiligten in einer Gerichtsverhandlung gipfelte. Mit den Pachteinnahmen, die die BLG für den Solar-Park in Sand zahlt, werden Schulden abgetragen, die auf dem Gelände lasten.

Nicht jede Veränderung war von Erfolg gekrönt. So blieb bei der Übertragung der Trägerschaft für die Freibäder an die Vereine die Einrichtung in Sand auf der Strecke. Auch die Entwicklung der Therme – vom hoffnungsvollen Prestigeprojekt im Jahr 1979 zur einsturzgefährdeten Bauruine – ist keine, für die es viel Beifall gibt. Was aus der Therme werden soll, dazu gibt es noch keine Entscheidung. Die muss das Parlament treffen. Pfeiffers Vorschlag, ein Tourismus- und Tagungszentrum zu etablieren, fand keine breite Unterstützung. 

„Ich hoffe, dass mit diesem nun anstehenden Großprojekt sensibel umgegangen wird“, sagt der scheidende Rathauschef. Um das kostbare Wasser touristisch und medizinisch zu nutzen, sei eine Therme nicht erforderlich. Eine neue Kindertagesstätte und ein Veranstaltungssaal jedoch fehlten, vielleicht könne ja beides dort seinen Platz finden. Pfeiffer formuliert dies als Wunsch, kleidet es in weiche Worte, denn eigentlich wollte er sich zur Therme nicht mehr äußern.

Gelernt hat er, dass man als Bürgermeister ein dickes Fell haben muss. „Das ist kein Job für Mimosen“, sagt er und lacht. Zwar seien die meisten Begegnungen positiv gewesen. Doch es habe auch Situationen gegeben, in denen er sich geärgert habe. „Die Rolle des Bürgermeisters wird in der Politik oft falsch gesehen.“ Er versteht sich als Vertreter der Bürger, die ihn direkt gewählt haben. Zu ihnen suchte er den Kontakt, war ansprechbar, hatte auch kein Problem, dass einige ihn am Wochenende auf der Terrasse aufgesucht haben.

Der Job im Rathaus sei nicht immer planbar, „die Tage waren mitunter wie ein Überraschungsei“. An einem Tag ist es der Landwirt, der sich über ein nicht richtig ausgebaggerten Graben beschwert und wo eine rasche Lösung her muss. An einem anderen Tag ist es ein Brand, der die Planungen über den Haufen wirft und an einem weiteren ein runder Seniorengeburtstag, bei dem er als Gesprächspartner soviel Wertschätzung mitbringt, dass er die Kaffeetafel nicht pünktlich verlassen kann. „Das Bürgermeistern wird mir fehlen“, ist sich Pfeiffer sicher.

Mitte Juli wird er zunächst Urlaub machen, danach stehen einige medizinische Behandlungen an. Ende des Jahres, so hofft er, im Beruf zu neuen Ufern aufbrechen zu können. Zwei spannende Angebote liegen dem Mann aus Balhorn bereits vor.

Am Freitag, 13. Juli, ab 19 Uhr wird Ralf Pfeiffer während einer Gemeindevertretersitzung im Vitos-Festsaal Merxhausen verabschiedet. Nachfolger Stefan Frankfurth wird als neuer Bürgermeister in sein Amt eingeführt.

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