Bei Bauarbeiten Kabel beschädigt

Riede im Kreis Kassel: Teile des Dorfes waren knapp zwei Wochen ohne Netz

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Nur noch über Handy erreichbar: Für Gewerbetreibende wie Logopäde Michael Mühling ist es nicht nur ärgerlich, kein Internet zu haben, sondern schädlich fürs Geschäft.  

Riede. Dreimal kurzes Klingeln, dann verstummt das Telefon. In Riede gibt es für einige Einwohner mit dem Telefon kein Durchkommen. Und auch sie selbst sind per Telefon nicht erreichbar.

So wie bei den Familien Hake und Knieling, die an der Straße Kräutergarten wohnen. Doch nicht nur das Haustelefon funktioniert seit dem 24. September nicht mehr. Auch das Internet ist ausgefallen. Für Theresa Hake, die sich auf ihr Abitur vorbereiten muss, ist es besonders nervend. Lediglich über Smartphone kann man noch im Internet surfen.

Der Ärger liegt aber nicht nur daran, dass Telefon und Internet nicht funktionieren. Der Mangel an Informationen seitens der Deutschen Telekom stört besonders. „Wir bekommen nichts gesagt, kein kurzes Wort.“ Seit 45 Jahren ist Familie Knieling Kunde der Deutschen Telekom. Dass mal etwas nicht funktioniere, sei kein Problem. „Aber wir werden hier in der Luft hängen gelassen.“

Finanzielle Einbußen

Besonders bitter ist das Fehlen des Internets für den Logopäden Michael Mühling. In seiner täglichen Arbeit in der Praxis ist er auf Telefon und Internet angewiesen. Als ihm die Störung auffiel, meldete er sich bei der Telekom: „Die haben etwas von einem Masseproblem erzählt. Aber was genau damit gemeint ist, wusste ich auch nicht.“ Nach einigen Tagen funktionierten laut Mühling Telefon und Internet wieder. Doch dann fiel es wieder aus. Mühling sagt: „Für Gewerbetreibende ist es ein großes Problem und bedeutet auch finanzielle Einbußen.“ Als jemand, der arbeitet, habe er auch nicht den ganzen Tag Zeit, der Telekom hinterher zu telefonieren. Er hat sich sein Haustelefon zwischenzeitlich auf sein Handy weiterschalten lassen. Doch für ihn ist ohne Internet die Arbeit beschwerlich. Nicht nur, dass er nicht drucken kann. Er kann auch keine Überweisungen von Hausärzten und Folgebehandlungen bearbeiten. Somit kann er seine Patienten nicht weiterbehandeln. „Heutzutage funktioniert alles über Internet“, erklärt der Logopäde. Besonders ärgert ihn, dass er für eine Leistung zahle, die er nicht erhalte.

Leitpfosten war das Problem

Die Telekom erklärt auf HNA-Anfrage, wie das Problem entstanden ist. Beim Setzen eines Leitpfostens sei ein Hauptkabel beschädigt worden. Zur Behebung des Schadens waren Tiefbauarbeiten notwendig. Für diese musste aber zunächste eine Genehmigung eingeholt werden. Die Störung ist laut Telekom seit Donnerstag behoben.

Dazu, wie viele Haushalte in Riede von der Störung betroffen waren, kann die Telekom keine Angaben machen. Und dass, wie im Kräutergarten, manche Häuser betroffen waren und andere nicht, liege an den unterschiedlichen Hauptkabeln, durch die der Hausanschluss gespeist wird. So ist wohl zu erklären, warum eher der untere Teil von Riede betroffen war, Häuser in nähe des Schlosses aber keine Probleme hatten.

Individuelle Verträge

Ob die Kunden eine Entschädigung erhalten, sei abhängig von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Verträge. Diese können nach Vertrag unterschiedlich sein. Betroffene Kunden könnten sich direkt über den Kundenservice unter 08 00/33 01 00 0melden, wo auch Störungen gemeldet werden.

Für die Betroffenen wird das Hauptproblem damit jedoch nicht angegangen – nämlich die mangelnde Kommunikation seitens der Deutschen Telekom.

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