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200 Strohballen bei Balhorn in Flammen

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Von: Norbert Müller

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Breitete sich schnell aus: Der Brand sprang schnell von Rundballen zu Rundballen. Die Einsatzleitung entschloss sich schließlich, das Stroh kontrolliert abbrennen zu lassen.
Breitete sich schnell aus: Der Brand sprang schnell von Rundballen zu Rundballen. Die Einsatzleitung entschloss sich schließlich, das Stroh kontrolliert abbrennen zu lassen. © Feuerwehr Bad Emstal

Rund 200 frische Strohballen sind in der Nacht zum Samstag am Rand des Bad Emstaler Ortsteils Balhorn verbrannt. Warum das Feuer ausbrach, ist derzeit noch ungeklärt.

Balhorn – Als Oliver Lenz sich am Freitag gegen 23.45 Uhr auf den Weg macht, geht er davon aus, dass er schnell wieder zurück bei der Familie ist. Der Melder hatte Alarm geschlagen, Kleinbrand und Brandnachschau im Bereich des Distelbergs in Balhorn waren die Stichworte aus der Leitstelle – ausgelöst wird die Minimalschleife.

Aussichtslos: Am Ende siegten die Flammen. Bis auf elf Rundballen fiel am Ende das gesamte gelagerte Stroh dem Feuer zum Opfer.
Aussichtslos: Am Ende siegten die Flammen. Bis auf elf Rundballen fiel am Ende das gesamte gelagerte Stroh dem Feuer zum Opfer. © Feuerwehr Bad Emstal

Lenz, Gemeindebrandinspektor (GBI) von Bad Emstal, wohnt ganz in der Nähe des Einsatzortes, den er wegen des Feuerscheins schon während der Anfahrt gut anpeilen kann. Von einem Kleinbrand jedenfalls, das ist schon kurz vor der Ankunft klar, kann keine Rede sein. Der Gemeindebrandinspektor erhöht per Funk den Einsatzlevel: Das Stichwort BF Wald für Flächen- und Waldbrände wird ausgegeben. Damit werden die Einsatzkräfte aller vier Ortsteile in Bewegung gesetzt und dazu auch noch die Feuerwehr Wolfhagen mit einem Tanklöschfahrzeug und dem Abrollbehälter Wasser angefordert.

Keine 100 Meter vom Ortsrand entfernt

Auf einem Feld, keine 100 Meter vom Ortsrand entfernt hat ein Landwirt, dessen Hof sich in Sichtweite des Ackers befindet, gut 200 Rundballen Stroh in drei Etagen aufgeschichtet. An einer Seite brennen 20 Ballen. Als Oliver Lenz ankommt, rückt auch gerade eilig der Bauer mit seinem Schlepper an, „um zu retten, was noch zu retten ist“, sagt der GBI. Viel wird es am Ende nicht sein.

Die ersten Feuerwehrfahrzeuge kommen an, während die lange Reihe der Ballen durchzündet und sich ein Inferno entwickelt, gegen das die Bad Emstaler Einsatzkräfte mit Wasser ankämpfen. Der Wassermeister der Gemeinde muss her, um den Druck im Leitungsnetz zu erhöhen, damit die Hydranten mehr hergeben.

Wasser marsch: Mit viel Wasser versuchten die Einsatzkräfte, die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
Wasser marsch: Mit viel Wasser versuchten die Einsatzkräfte, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. © Feuerwehr Bad Emstal

Dass das Wasser nicht zu knapp wird, dafür sorgen auch die Wolfhager Feuerwehrleute. 5000 Liter Wasser hat ihr Tanklöschfahrzeug geladen, der Abrollbehälter weitere 8000 Liter. Und es zahlt sich jetzt aus, dass schon vor wenigen Wochen seitens der Bad Emstaler Feuerwehr an die Landwirte die Bitte ging, ihre transportablen Güllefässer mit Wasser zu befüllen, um bei einem Waldbrand schnell unterstützen zu können. So kommen zwei weitere rollende Tanks – einer mit 12 000 und ein weiterer mit 5000 Litern Wasser – innerhalb von 15 Minuten zur Brandstelle.

Kontrolliertes Abbrennen

Einsatzleiter Oliver Lenz und sein Vize Keven Bickel entscheiden schließlich, das Stroh kontrolliert abbrennen zu lassen und das Gelände um den Brandherd gegen ein Ausbreiten der Flammen zu sichern. Am Ende bleiben von den 200 Rundballen gerade mal elf unversehrt. Sobald es der Brand zulässt, wird das Stroh am frühen Morgen mit einem aus Altenhasungen geholten Bagger verteilt und abgelöscht. Fährt das schwere Gerät ran, wird es per Wasserstrahl vor der Hitze geschützt.

65 Feuerwehrleute aus Bad Emstal und Wolfhagen

65 Feuerwehrleute aus Bad Emstal und Wolfhagen sind insgesamt im Einsatz, die letzten rücken gegen 7 Uhr ab. Auch Oliver Lenz, der sagt, dass es ein Glück gewesen sei, dass die umliegenden Getreidefelder bereits in den vergangenen Tagen abgeerntet wurden.

Erinnerung an Brandserie

Jetzt muss die Polizei, die den Schaden vorsichtig auf 7000 Euro schätzte, die Brandursache ermitteln. An Selbstentzündung von Stroh glaubt am Samstagvormittag im Dorf, wo der Brand Hauptthema ist, niemand. So mancher erinnert sich an die Brandserie, die Balhorn vor fünf Jahren in Atem hielt. (Norbert Müller)

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