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Schweißtreibende Stunden im Forst Bad Emstal

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Von: Norbert Müller

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Gemeinsame Sache: Einsatzkräfte der Wehr und des THW übten an einem Hochsitz das Retten einer Person.
Gemeinsame Sache: Einsatzkräfte der Wehr und des THW übten an einem Hochsitz das Retten einer Person. © Lukas Hannig/nh

Einen Brand im Forst zu bekämpfen, das übten die Bad Emstaler Brandschützer für den Ernstfall

Bad Emstal – Einen Brand im Forst zu bekämpfen, gehört zu den besonders anspruchsvollen Aufgaben für eine Feuerwehr. Eine Löschwasserversorgung wie über die gut ausgebauten Trinkwassernetze in den Kommunen, hat im Wald nicht zur Verfügung.

Die Zufahrten zum Einsatzort stellen an die Fahrzeuge besondere Anforderungen, aber vor allem sind die Einsatzkräfte durch die besonderen Umstände ganz anders gefordert. Gründe genug für die Bad Emstaler Brandschützer, sich einem möglichst authentischen Übungsszenario zu stellen, um im Ernstfall mit den Abläufen vertraut zu sein.

Als Partner hatte man sich das Technische Hilfswerk (THW) ins Boot geholt. Gemeinsam mit Marcel Düngen von der Fritzlarer Hilfsorganisation hatte die Waldbrandgruppe der Bad Emstaler Feuerwehr, zu der Dominic Schmidt, Harald Heitmann, Tina Albert, Nina Bernhardt, Marc Düngen und Lars Schmidt gehören, die Übungsschwerpunkte abgesteckt.

Ausgesucht wurde ein 10 000 Quadratmeter großes Waldstück des Ortsteils Sand nahe der Ems

Ausgesucht hatten sie sich ein 10 000 Quadratmeter großes Waldstück in der Gemarkung des Ortsteils Sand nahe der Ems in Richtung Breitenbach.

Nach der Alarmierung galt es zunächst einmal mit den dürren Angaben den Brandort exakt ausfindig zu machen. Das gelang bereits nach wenigen Minuten. Dort, an einer entlegenen Stelle, so gab es das Drehbuch vor, standen Bäume sowie Gestrüpp und Büsche. Der erste Angriff gegen die Flammen wurde mit dem Löschwasser aus den Tanks der Feuerwehrfahrzeuge unternommen.

Allerdings reichte das mitgeführte Wasser längst nicht aus, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Und so richtete man mit Unterstützung des THW eine Zapfstelle am Bach Ems ein.

Parallel zu den Löscharbeiten musste eine verletzte Person von einem Hochsitz gerettet werden

Von dort wurden mehrere Hundert Meter Schlauchleitungen verlegt und das Wasser mit mehreren Pumpen zur Brandstelle in den Wald befördert. Unter Atemschutz gingen dort die Einsatzkräfte, angeschlossen an die Entnahmestelle am Bach, weiter gegen den Brand vor.

Zur gleichen Zeit wurden auch die Löschwassertanks der Feuerwehrfahrzeuge am Leitungsnetz bei Sand befüllt. Im Pendelverkehr fuhren die Lkw die Einsatzstelle an.

Parallel zu den Löscharbeiten musste außerdem eine verletzte Person von einem Hochsitz gerettet werden. Hier galt es, die rund 40 Einsatzkräfte gut aufeinander abzustimmen.

Es war ein Einsatz, der den Feuerwehrleuten über fünf Stunden körperlich alles abverlangte

Drei schweißtreibende Stunden dauerte die Übung bei sommerlichen Temperaturen, ehe die Schläuche eingerollt wurden und eine Einsatznachbesprechung folgte. Da war dann auch noch mal die Rede von der zunehmenden Wahrscheinlichkeit solcher Einsätze angesichts des sich verändernden Klimas, das zunehmend trockene und heiße Frühjahre und Sommer beschert.

Mancher von den älteren Einsatzkräften mag sich auch an den 30. Juli 2008 erinnert haben, als am Emser Berg ein pulvertrockenes Waldstück in Brand geriet.

Auch damals sicherte man mit dem Pendelverkehr der Tanker die Löschwasserversorgung, mussten Schläuche über Hunderte Meter gelegt werden. Nach einem Sturm lagen im Bereich der Brandstelle weiträumig die abgeknickten Fichten kreuz und quer übereinander.

Es gab kaum ein Durchkommen. Es war ein Einsatz, der den Feuerwehrleuten über gut fünf Stunden auch körperlich alles abverlangte und deutlich machte, wie anspruchsvoll tatsächlich die Brandbekämpfung in Waldgebieten ist. (Norbert Müller)

Der reibungslose Ablauf bei der Löschwasserbeschaffung in Bad Emstal
Die Wasserversorgung ist das A und O: Der reibungslose Ablauf bei der Löschwasserbeschaffung war einer der Übungsschwerpunkte im Wald von Bad Emstal. © Lukas Hannig/nh

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