Blutkrebs bekämpft

Bad Emstaler rettete Amerikanerin mit Stammzellenspende das Leben

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Christian Beilstein (links) aus Sand hat d er Amerikanerin Sharon Thompson (rechts) Stammzellen gespendet. 

Christian Beilstein aus Sand hat das Leben von Sharon Thompson gerettet. An Weihnachten reiste er nach Texas, um die Amerikanerin und ihre Familie zu treffen.

Bereits 1997 hat er sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen. Anlass war ein Fall von Sichelzellanämie (erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen) in der Familie.

Im November 2013, war es dann so weit.Christian Bleistein wurde als Stammzellenspender gebraucht. Rund ein halbes Jahr dauerte es von der Nachricht, dass er als Spender in Frage kommt, bis zur Entnahme der Stammzellen. Die in Florida lebende, damals 68-jährige Amerikanerin, Sharon Thompson war an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt. 

Ihre Kinder und Enkel kamen aus Altersgründen nicht als Spender in Frage. Die Stammzellenspende von Christian Beilstein war die letzte Rettung für die Amerikanerin.

Spender muss Stammzellen vermehren

Vor der Entnahme musste er die Stammzellen mit speziellen Spritzen jedoch erst mal vermehren. „Ich habe mich gefühlt, als hätte ich Grippe.“ Doch das habe er gerne auf sich genommen. Über die Stammzellenspende sagt Beilstein: „Das ist wie bei einer Dialyse“.

„Auf der einen Seite fließt das Blut mit den Stammzellen heraus und auf der anderen Seite kommt es ohne wieder zurück.“ Fünfeinhalb Stunden dauerte die Entnahme. „Danach bin ich ins Hotel zurückgelaufen, hatte meine Kräfte aber etwas überschätzt und auf dem Weg jede Bank für eine Verschnaufpause genutzt.“ Noch in der Nacht nach der Entnahme wurden seine Stammzellen in die USA geflogen.

So lässt man sich als Stammzellenspender typisieren

„Dann war ich zwei Jahre als Spender für Sharon geblockt“, sagt Beilstein. Für den Fall, dass sie weitere Stammzellen von ihm gebraucht hätte. Erst nach Ablauf dieser Frist konnten Spender und Empfängerin in Kontakt treten.

„Im Sommer 2016 erhielt ich einen Brief und ein Foto von Sharon“, sagt der 40-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Von nun an stand er mit der Amerikanerin und ihrer Familie in Kontakt. Es folgte eine Einladung in die USA.

Treffen unterm Weihnachtsbaum

Doch zum ersten Treffen kam es erst Weihnachten 2018. „Ronda, Sharons Schwiegertochter, hatte uns als Weihnachtsüberraschung nach Texas eingeladen.“ Dort, bei Ronda und ihrem Mann Eric, trafen dann Spender und Empfänger aufeinander. Eine Woche verbrachten sie miteinander.

Christian Beilstein (links) aus Sand hat der Amerikanerin Sharon Thompson (rechts) Stammzellen gespendet.

„Sharon arbeitet jetzt ihre Bucket--Liste mit all den Dingen ab, die sie noch erleben möchte“, sagt Beilstein. Darunter sei eine Reise nach Deutschland, das Land, aus dem ihre Mutter stammt. Neben einer Donaukreuzfahrt sei auch ein Wiedersehen der beiden Familien geplant. „Wir wollen Sharon und Douglas auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg treffen“, sagt Beilstein.

Der 40-Jährige kann sich durchaus vorstellen, 2020 erneut in die USA zu reisen. Dann nach Florida, denn dort lebt Sharon Thompson mit ihrem Mann. Beilstein war vor der Stammzellenspende an die Amerikanerin schon mal als Spender angefragt worden, letztlich gab es jedoch nicht genügend Übereinstimmungen.

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