Gutachten bisher unter Verschluss

Therme Bad Emstal: SPD will runden Tisch und mehr Transparenz

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Wie geht es weiter: Um die Zukunft des Mineral-Thermalbads zu klären, regt die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung Bad Emstal die Einrichtung eines runden Tisches an. Mit dem Antrag der Sozialdemokraten werden sich die Fraktionen am Donnerstag befassen.

Bad Emstal. „Das Mineral-Thermalbad hatte Strahlkraft in die ganze Region“, so Ralf Bräutigam (SPD). Es sei wichtig zu klären, welche Konsequenzen die Schließung des Bades hat.

Das gelte nicht nur für Bad Emstal, sondern auch für die Region, so der Fraktionsvorsitzende der SPD in Bad Emstal. Denn das Bad mit all seinen angeschlossenen Einrichtungen wie Kursaal, Gaststätte, Physiotherapieabteilung und Praxis-Klinik der Arcadia seien für Bad Emstal Frequenzbringer. Bis zu 150 000 Tages- und Übernachtungsgäste würden nach Sperrung der Therme nun jährlich fehlen, und das nicht nur im Einzelhandel und bei Dienstleistern.

Man könne davon ausgehen, dass Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten, bei denen schon erste Stornierungen eingegangen seien, nun weniger bei regionalen Lieferanten ordern würden. Seine Sorge gelte nicht nur dem Rückgang von Infrastruktur, sondern vor allem der Gefährdung von Arbeitsplätzen.

Deshalb fordert die SPD-Fraktion einen runden Tisch. Während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Riede, wollen die Sozialdemokraten einen entsprechenden Antrag stellen. Diesem sollen neben den regionalen Abgeordneten von Bund und Land, der Landrat, das Regionalmanagement Nordhessen, die IHK sowie die Bürgermeister der touristischen Arbeitsgemeinschaft Habichtswald (TAG) und der Kommunen im Altkreis Wolfhagen angehören. Aus der Gemeinde Bad Emstal sollen Mandatsträger, Mitarbeiter der TAG sowie der Kur- & Gewerbeverein an den Gesprächen teilnehmen.

Fakten öffentlich machen

„Ziele sind eine Bestandsaufnahme der Situation und ein möglicher Schulterschluss aller Beteiligten für einen in die Zukunft gerichteten positiven Prozess“, sagt Bräutigam. Dieser solle transparent sein und von Bürgern und Mandatsträgern gemeinsam getragen werden. Um das Vertrauen der Menschen in Bad Emstal zu gewinnen, sei es erforderlich, dass die Verantwortlichen ihr Visier öffnen und alle Fakten und Gutachten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. „Ich kann nicht verstehen, dass bis jetzt, zwei Wochen nach der Schließung, nicht einmal den Gemeindevertretern die Ergebnisse des Gutachtens, das zur Schließung geführt hat, zur Verfügung gestellt wurde“, kritisiert Bräutigam. Den Mandatsträgern sei es weder möglich, eine fundierte Einschätzung der Situation vorzunehmen, noch Fragen aus der Bevölkerung sachgerecht zu beantworten.

Es gebe die Chance, mit allen Fraktionen und Bürgern an einem Strang zu ziehen und die Zukunft der Gemeinde Bad Emstal zu gestalten, so SPD-Fraktionschef Ralf Bräutigam.

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