„Der Bedarf wird steigen“

Unternehmer schafft in Sand Wohnraum für ältere Menschen

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Setzt sein viertes Bauvorhaben um: Unternehmer Thomas Kimm baut in Sand an der Kasseler Straße, Ecke Enge Gasse ein Wohnhaus mit sechs barrierefreien Wohnungen.

Die Lücke in der Häuserzeile an der Kasseler Straße in Sand fällt auf. Abrissbagger haben dort ein etwa 100 Jahre altes Gebäude dem Erdboden gleich gemacht und Platz geschaffen für Neues.

Der ortsansässige Unternehmer Thomas Kimm will dort einen Komplex mit sechs barrierefreien Eigentumswohnungen errichten. Mitte August sollen die Arbeiten beginnen, spätestens im Mai kommenden Jahres soll alles fertig sein.

Für Kimm ist es nicht das erste Gebäude, das er in Bad Emstal errichtet. Seit 2010 hat er in Sand drei Wohnhäuser mit zusammen 14 Wohnungen gebaut, die mit ihrer Barrierefreiheit speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind. Nun kommen sechs weitere hinzu, für die Hälfte habe er bereits Kaufzusagen. „Der Bedarf ist groß, und er wird weiter steigen“, ist sich der 55-Jährige sicher. Im ländlichen Bereich lebten viele Menschen im eigenen Haus. Wenn sie älter würden und die Kinder längst ausgezogen seien, wünschten sie sich oftmals kleinere Wohnungen.

Entscheidend für Thomas Kimm, ob er in eine Immobilie investiert, ist der Standort. Für die Bewohner müssten die Wege kurz, Geschäfte und Ärzte gut erreichbar sein. „In Sand ist die Infrastruktur sehr gut.“ Für den ortsansässigen Unternehmer ist das ein zentraler Faktor. Gleichzeitig räumt er ein, dass es zunehmend schwierig werde, in Bad Emstal geeignete Bauplätze zu finden. Die Gemeinde verfüge über keine eigenen Grundstücke. Ein weiterer Grund, weshalb der Bad Emstaler, der auch in der Kommunalpolitik aktiv ist, in seinen Wohnort investiert: „Ich komme aus Sand und möchte gern etwas für meinen Ort tun.“

Platz für Neues: Das alte Gebäude, das zuletzt leer stand, wurde im Juli weggerissen.

Die Wohnungen an der Kasseler Straße werden eine Größe von 70 bis 100 Quadratmetern haben. Es werden zwei Gebäude errichtet, die über ein Treppenhaus miteinander verbunden sein werden. Eine Wärmepumpe wird umweltfreundliche Wärme liefern, alle Wohnungen werden mit Fußbodenheizung ausgestattet. Die oberen Etagen werden über einen Lift erschlossen. Jede Einheit wird über einen zwischen 25 und 30 Quadratmeter großen Balkon oder eine vergleichbar große Terrasse in Südwest-Ausrichtung verfügen. Das Haus wird eingebettet in einen Garten mittlerer Größe. Sechs Garagen und sechs Stellplätze werden geschaffen. Deutlich über eine Million Euro investiert Kimm in die Immobilie. Für die Arbeiten habe er Firmen aus Bad Emstal und dem näheren Umfeld beauftragt.

Links die Garagen, rechts das Wohnhaus: Alle Wohnungen bekommen einen Balkon oder eine Terrasse.

Bei den Abrissarbeiten ans Tageslicht gekommen ist eine alte Natursteinmauer, die aus Feldsteinen und Sandsteinen besteht. Die will Kimm in die Gestaltung des Grundstücks mit einbeziehen, ebenso die sehr alten Sandsteinquader, die als Elemente in dem nun abgerissenen Gebäude verarbeitet waren. Nach Angaben des Unternehmers habe es ganz früher in dem Gebäude einen Gemischtwarenladen und eine kleine Tankstelle gegeben. Auch ein landwirtschaftlicher Betrieb war dort untergebracht. Die Scheune im hinteren Teil war später von Firmen als Lager genutzt worden. Zum Schluss war die Immobilie in keinem guten Zustand mehr und stand leer.

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