Brennendes Sofa in Merxhäuser Klinik

Zwei Verletzte durch Rauchgas

Hatte die längste Anfahrt: die Drehleiter der Feuerwehr Wolfhagen.
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Hatte die längste Anfahrt: die Drehleiter der Feuerwehr Wolfhagen.

Zwei Mitarbeiterinnen der Vitos-Klinik in Merxhausen mussten am Freitag nach einem Brand auf einer Station vom Rettungsdienst ins Kasseler Klinikum gebracht werden.

Nach Angaben eines Sprechers der Polizeistation Wolfhagen hatten die beiden Frauen zuvor eine Rauchgasvergiftung erlitten. Weitere Personen kamen offenbar nicht zu Schaden.

Gegen 1.10 Uhr löste die Brandmeldeanlage der Klinik Alarm aus. Daraufhin rückten alle Wehren Bad Emstal aus, außerdem die Feuerwehr Wolfhagen mit Drehleiter, Einsatzleitfahrzeug und einem Tanklöschfahrzeug. Bei der Ankunft habe man auf dem Feuerwehr-Tableau sehen können, dass mehrere Rauchmelder im zweiten Obergeschoss des Gebäudes angesprochen hatten, sagte Bad Emstals Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz.

Bei der weiteren Erkundung unter Atemschutz stellten die Einsatzkräfte fest, dass ein Sofa im Flur gebrannt hatte.

„Obwohl das Feuer durch die Mitarbeiter gelöscht werden konnte, kam es zu einer massiven Rauchentwicklung innerhalb des Gebäudeabschnitts“, so Lenz weiter. Der betroffene Bereich sei dann durch Elektrolüfter und zwei Trupps unter Atemschutz rauchfrei gemacht worden, sodass der Gebäudeteil dann wieder zugänglich war.

Zur Brandursache sagte der Polizeisprecher der Wolfhager Polizei, dass es sich bei dem Sofa um ein Möbelstück aus flammenhemmendem Material gehandelt habe. Durch eine heruntergefallene Zigarette lasse sich das Sofa nicht entzünden. Deshalb könne man Fahrlässigkeit ausschließen. Die Ermittlungen zur Klärung der genauen Brandursache laufen. Federführend sei die Kasseler Kripo. Für die Bad Emstaler Wehren war der Einsatz bereits der 22. in diesem Jahr. Laut Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz habe man bislang in keinem der vorhergehenden Jahre am Ende der ersten beiden Monate bereits so viele Einsätze in der Statistik gehabt. Angesichts des hohen Anteils von Einsätzen wegen ausgelöster Brandmeldeanlagen in Sonderobjekten wie der Vitos-Klinik, die sich meist als Fehlalarme herausstellen, höre er immer wieder Kritik, dass die Wehr immer mit vollem Elan zum Einsatzort unterwegs ist, wenn diese Anlagen anspringen.

Die Einsatzkräfte, betont Lenz, gehen jeden Einsatz, der von einer Brandmeldeanlage ausgelöst wurde, wie einen Notfall an. Da gebe es keine Nachlässigkeit. Erst vor Ort sehe man ja, ob es ein Fehleinsatz ist oder nicht. Wenn es ernst ist, wolle die Wehr ohne jeden Zeitverzug am Start sein. Egal, wie oft man zuvor möglicherweise unnötig von der automatisch reagierenden Meldeanlage oder über einen fälschlicherweise ausgelösten Handdruckknopfmelder alarmiert wurde.

Am Freitag habe sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass man als Feuerwehr auf jeden Alarm so reagiere, als gehe es um einen Realeinsatz. (Norbert Müller)

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