Volksbühne Emstal feiert Premiere mit König Drosselbart

Listiger König: Regent Rupert (Manfred Bayer) und Herr von Bömmel (Manfred Damme) beratschlagen sich.

Bad Emstal. Beifall ist bekanntlich der Lohn der Künstler. Und davon gab es für die Laienschauspieler der Volksbühne Bad Emstal als auch für die fleißigen Helfer vor und hinter der Bühne am Wochenende jede Menge.

Und das bereits während der laufenden Vorstellung und besonders beim Schlussbild bei der Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens König Drosselbart.

Wobei das Geschehen der Bühneninszenierung des bekannten Grimmschen Märchens als Parabel über Leichtsinn, Stolz und Hochmut, Demut und der Wertschätzung der Arbeit als auch Mahnung für soziale Ungleichheit vom Volksbühne-Vorsitzenden Lothar Neumann bearbeitet und durch einige Überraschungsfiguren bereichert wurde.

Anlass für die kleinen und großen Besucher im vollbesetzten Kursaal, sich doch etwas verwundert die Augen zu reiben. Natürlich kannten diese aus der geschriebenen Version die hochnäsige Prinzessin Annabelle, die auf Wunsch ihres Vaters heiraten sollte, jedoch bei allen Freiern ein Haar in der Suppe fand und sie verhöhnte. Auch den um ihre Hand anhaltenden jungen König Damian, den sie als König Drosselbart verspottete. Das erzürnte ihren Vater so sehr, dass er verfügte, dass seine Tochter den ersten Mann, der Einlass in das Schloss begehrte, heiraten sollte. Natürlich war der erste Schlossbesucher der als Tagelöhner verkleidete König Drosselbart. Denn der liebte Annabelle von ganzem Herzen und wollte die schöne Prinzessin als Ehefrau haben. Bis zum glücklichen Happyend musste die Prinzessin aber mit Hilfe ihres „armen Mannes“ in einer Hütte im Wald lernen, ihren Stolz und Hochmut zu überwinden. Was auch in märchenhafter Weise geschah.

Weitere Glanzpunkte der Inszenierung setzten aber vor allem zur Freude des Publikums die in der Grimm-Fassung unbekannten und von Lothar Neumann ins Spiel gebrachten Überraschungsfiguren. Einmal die von Tag und Nacht, die sich zufällig trafen und ihre Rollen tauschten. Um zu erleben, was während der dunklen, beziehungsweise hellen Tageszeit geschieht, die jedem der beiden ja von Natur aus fremd ist. Noch mehr aber ein ganz komischer Vogel, der in den Adelsstand erhobene und im Schloss in einem goldenen Käfig wohnende Papagei der Prinzessin, Laurentius von Labersack. Und auch das sächsisch sprechende Eichhörnchen Puschel eroberte die Herzen der Besucher im Sturm und hatte immer wieder die Lacher auf seiner Seite. Am Ende wurde für alle das Märchen wahr. Der junge König bekam seine Annabell, der Hofmarschall Baron Horatio von Bömmel seine Comtesse Agathe von Schrecksbach und der komische Vogel sein puscheliges Eichhörnchen. Unterm Strich: ein wunderschönes Theatervergnügen für Jung und Alt.

Von Reinhard Michl

Premiere König Drosselbart auf der Volksbühne Bad Emstal

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