Bad Emstal

Von der Schmiede zum Autohaus: Firma Möller in Balhorn besteht seit 125 Jahren

In den Fußstapfen des Urgroßvaters Michl Möller: Michael Möller leitet die Balhorner Firma, die vor 125 Jahren als Dorfschmiede gegründet wurde.
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In den Fußstapfen des Urgroßvaters Michl Möller: Michael Möller leitet die Balhorner Firma, die vor 125 Jahren als Dorfschmiede gegründet wurde.

Mit der Firma, die sein Urgroßvater Michel Möller im Jahr 1895 in Balhorn gründete, hat der Betrieb, den Michael Möller inzwischen führt, nur noch wenig zu tun.

Balhorn - Was vor 125 Jahren als kleine Schmiede begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem der großen Autohäuser im Wolfhager Land gemausert. Dazu zählt H. K. Möller, so der offizielle Firmenname, zu den angesagten Fahrradhändlern in der Region. „H. K.“ steht für Heinrich Kaspar, diese beiden Vornamen trug der Großvater des heutigen Chefs. 1926 übernahm der die Firma und baute sie aus. In den 1930-er Jahren standen dann schon längst nicht mehr der Hufbeschlag und andere klassische Schmiedearbeiten im Mittelpunkt der Arbeit. Heinrich K. Möller erweiterte das Spektrum um den Verkauf von Landmaschinen, Nähmaschinen, Motorräder und Fahrräder sowie deren Wartung und Reparatur.

Gerade die Fahrräder, sagt Michael Möller, waren wohl auch damals sehr gefragt, als es noch kaum Autos gab, die Leute aber zur Arbeit schon einige Kilometer zurücklegen mussten. Und die Fahrräder, gerade die mit elektrischem Antrieb, sind auch heute ein zentrales Geschäftsfeld der Firma. Im Corona-Jahr, so der 54-Jährige weiter, haben viele, die auf die gewohnte Urlaubsreise verzichteten, das Geld in ein neues Rad mit E-Antrieb investiert. Möller: „Die Sparte brummt.“ Bikes mit Antrieb machen inzwischen im gesamten Fahrradverkauf der Balhorner Firma gut 80 Prozent aus. Auch für Kinder und Jugendliche werden zunehmend zweirädrige Stromer gekauft.

Möllers Großvater Heinrich Kaspar hatte am Firmensitz mitten im Dorf, dort wo Möller bis heute beheimatet ist, auch noch eine Tankstelle. Die bräuchte der Enkel, wenn es die Zapfsäulen noch gäbe, immer weniger. Denn auch bei den Autos geht der Trend klar zu den Autos mit Elektroantrieb.

Pkw hat Möller seit Ende der 50-er Jahre im Angebot. Zunächst waren es die Marken Goggo und DKW, später Audi. In dieser Zeit waren die flotten Karossen in Balhorn aber noch Nischenprodukte. Die Geschäfte machte man da vor allem im Landmaschinenhandel und mit dem Verkauf von Schleppern. Auch die Motorradsparte florierte bis in die Zeit des Wirtschaftswunders. 1971 ist die Geburtsstunde des Renault-Autohauses Möller. Bis heute ist man der Marke treu, dazu gekommen ist die Marke Dacia. Karosseriearbeiten, Technik, Elektrik, der Ersatz von Scheiben – man repariere auch Fahrzeuge aller anderen Hersteller, betont Michael Möller. Der Kraftfahrzeug- und Landmaschinenmechanikermeister: „Wir sind nicht an eine Marke gebunden.“

Seit 25 Jahren führt er den Betrieb, in dem bei Bedarf auch weiterhin Landmaschinen repariert werden und der inzwischen auch die Gartentechnik als Geschäftsfeld für sich entdeckt hat. Stolz ist Michael Möller, dass zu seinem 18-köpfigen Mitarbeiterstamm fünf Auszubildende zählen, darunter auch zwei Azubis aus Syrien. Daneben macht eine junge Frau die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin, zwei weitere Mitarbeiter werden zu Zweiradmechatronikern für die Fahrradsparte ausgebildet und eine junge Kollegin zur Automobilkauffrau. „Auch in den kommenden Jahren sind wir gerne bereit auszubilden“, sagt Möller, Interessierte für eine Ausbildung in der Firma seien immer willkommen. Das Betriebsklima sei auch im nun laufenden 126. Jahr der Firmengeschichte gut, das zeige auch die Treue in der Belegschaft. Der Mitarbeiter mit der längsten Betriebszugehörigkeit arbeite seit 1976 „beim H. K.“ wie die Firma im Dorf heißt.

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