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Wärmende Decken für Babys in Not: Frau aus Bad Emstal hilft Menschen in Afrika

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Von: Sascha Hoffmann

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Kuscheldecken für die Kleinsten: Christine Labudda hat in 16 Jahren rund 80.000 Euro für Burkina Faso gesammelt und dafür gesorgt, dass 3500 Babydecken in das afrikanische Land geschickt wurden.
Kuscheldecken für die Kleinsten: Christine Labudda hat in 16 Jahren rund 80.000 Euro für Burkina Faso gesammelt und dafür gesorgt, dass 3500 Babydecken in das afrikanische Land geschickt wurden. © (Sascha Hoffmann)

Sie kümmert sich uneigennützig um ihre Mitmenschen: Christine Labudda, die sich für Menschen in Not engagiert.

Bad Emstal – Christine Labuddas Stimme wird ganz leise, wenn sie von ihrem letzten Besuch in Burkina Faso spricht. „Vor zwei Jahren war ich da, aber nun kann ich leider nicht mehr hinfahren.“ Zu gefährlich sei es geworden, der Terrorismus im westafrikanischen Land habe einfach überhandgenommen. „Erst vor fünf Wochen sind 160 Menschen erschossen worden, darunter 40 Kinder.“ Es sei einfach nur furchtbar, sagt die Emstalerin, die seit vielen Jahren die Kinderhilfsorganisation AMPO unterstützt und bereits unglaubliche 80. 000 Euro dafür gesammelt hat.

Vor 16 Jahren war sie zum ersten Mal vor Ort, ganz privat, eingeladen auf einer Hochzeit. Sie lernte AMPO-Gründerin Katrin Rohde kennen, und da war es um sie geschehen. Weit im tiefen Westen Afrikas, mitten in der Sahelzone, wo die Ärmsten der Armen leben, hat Rohde ihre kleine Oase geschaffen, betreut hunderte Menschen, hauptsächlich Kinder, betreibt ein Frauen-Beratungs-Zentrum, Aufklärungsprojekte, eine Krankenstation und vieles mehr.

„Die Kinder, die ich dort gesehen habe, waren fröhlich, haben genug zu Essen bekommen, hatten Schulbildung und ärztliche Versorgung, das hat mich tief beeindruckt und mir war sofort klar, dass ich das unterstützen wollte“, sagt Labudda und legte los, kaum dass sie wieder zurück in ihrer nordhessischen Heimat war. Sie lernte den Produktionsleiter einer Schokoladenfabrik kennen, der ihr sehr günstig Schokotäfelchen überließ, um sie zugunsten von AMPO zu verkaufen.

„Die habe ich in Tütchen gepackt und unter die Leute gebracht“, erinnert sich die heute 78-Jährige an die kleinen Anfänge ihres Engagements für die Menschen in Burkina Faso, aus denen mit der Zeit etwas ganz Großes werden sollte. Immer mehr Menschen steckte sie mit ihrer Hilfsbereitschaft an, und sie selbst wurde immer kreativer, wenn es darum ging, zu helfen.

Als sie etwa von Nähstuben erfuhr, in denen afrikanische Jugendliche bis zu ihrem 18. Lebensjahr Nähen lernen, hatte sie eine Idee: „Mit einer eigenen Nähmaschine können sich die jungen Menschen aus der Nähstube selbstständig machen und so ihre Familien ernähren, doch dafür brauchen sie eine Nähmaschine.“

Gesagt, getan, sammelte sie mit ihrem Mann alte Tretnähmaschinen, ungefähr 300, und brachte sie kurzerhand nach Afrika. Labudda wird nicht müde, immer neue Ideen zu entwickeln, um ihre Schützlinge im fernen Burkina Faso zu unterstützen.

Das ganze Jahr über sammelt sie Spenden, backt Kuchen und Plätzchen, verkauft Schokolade und knüpft Kontakte zu anderen Menschen, die helfen wollen. „Irgendwann, es dürfte so 14 Jahre her sein, sprach mich eine Frau an, ob ich denn auch gestrickte Babydecken brauchen könnte“, erinnert sich Labudda, die nicht lange zögerte und die Frage bejahte, ohne zu wissen, was sie damit auslösen sollte.

Überall im Wolfhager Land wird seither gehäkelt und gestrickt, 45 Frauen lassen die Nadeln glühen, Wollspenden dafür kommen aus allen Teilen des Landes. „Unglaubliche 3500 Babydecken wärmen mittlerweile die Kleinsten in Ouagadougou“, freut sich die Frau mit dem großen Herzen.

Inmitten ihrer Schützlinge: Sieben mal war Christine Labudda selbst in Burkina Faso. Daher weiß sie genau, dass Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Inmitten ihrer Schützlinge: Sieben mal war Christine Labudda selbst in Burkina Faso. Daher weiß sie genau, dass Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. © (Christine Labudda)

Auch künftig möchte sie für die Kinder mit aller Kraft Spenden sammeln, auch wenn sie diese aufgrund der aktuellen politischen Situation wohl nicht mehr persönlich nach Burkina Faso bringen können wird.

Info: Spenden für die Kinder in Burkina Faso können unter dem Kennwort „Labudda“ auf das Konto DE 80 4306 0967 1038 3287 00 bei der GLS Gemeinschaftsbank überwiesen werden. Christine Labudda freut sich über jede Unterstützung und ist telefonisch erreichbar unter 05624-1234. Internet: ampo-intl.org (Sascha Hoffmann)

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