Feinschmecker kommen in Restaurants bis Mitte November auf ihre Kosten

Wilde Wochen rücken das einheimische Habichtswaldschwein in den Fokus

Feinschmecker, die auf regionale Zutaten stehen, kommen bei den Wilden Wochen in Naturpark Habichtswald auf ihre Kosten – auch in diesem Jahr.

Wolfhager Land. Am Montagnachmittag versammelten sich die teilnehmenden Betriebe in der Emstaler Höhe, um die besondere gastronomische Aktion zu starten und auch ein kleines Jubiläum zu feiern: Die Wilden Wochen mit den Gerichten rund ums Habichtswaldschwein finden zum zehnten Mal statt.

Gastgeber Lukas Frankfurth, Chef der Emstaler Höhe, sprach den Kollegen während seiner Begrüßung wohl aus dem Herzen: In dieser auch für die Gastronomie so schwierigen Coronazeit seien die Wilden Wochen eine gute Gelegenheit, das Signal auszusenden: „Wir sind da, wir machen was.“

Ausgetüftelt wurde die Aktion seinerzeit exakt dort, wo man nun das Zehnjährige feierte. Seinerzeit leitete noch Lukas Frankfurths Vater Stefan Frankfurth den Betrieb. Der damalige Gastronom und heutige Bad Emstaler Bürgermeister bekam Besuch vom frischgebackenen Geschäftsführer des Zweckverbandes Naturparks Habichtswald, Jürgen Depenbrock. Beide beschäftigte der Gedanke, wie man eine regionale Spezialität zum Markenzeichen entwickeln könne. So, wie das mit dem Rhönschaf bereits andernorts geglückt war. Schnell war man sich einig: Das Wildschwein aus dem Habichtswald hat das nötige Potenzial. Das Habichtswaldschwein war geboren und mit ihm die Wilden Wochen im Naturpark. Was sich in den zurückliegenden Jahren mit Unterstützung vieler Akteure – von den Vertretern der Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) bis zu den Gastronomen – aus der Idee entwickelt hat, sagte Bürgermeister Stefan Frankfurth, „macht uns stolz“. Jeder Einzelne dieses „kongenialen Teams“, so Frankfurth, habe seinen Beitrag zur Erfolgsgeschichte geleistet.

Die Zutaten des Erfolgsrezeptes rief Jürgen Depenbrock in Erinnerung. Neben der harten Arbeit, um das Projekt vorzubereiten, sei dies vor allem der regionale Gedanke, der Einsatz für ein gesundes, regionales Lebensmittel mit einer gehörigen Portion „ökologischem Mehrwert“. Zu Beginn habe man noch deutlich machen müssen, dass Wildfleisch nicht exklusiv und teuer ist, sondern, wenn man die Faktoren Tierwohl, Ökobilanz, Gesundheit und Regionalität in die Waagschale lege, doch eher preiswert. Das Gesamtpaket sei überzeugend: Das Fleisch, aus dem die teilnehmenden gastronomischen Betriebe mit Kreativität und handwerklichem Können so schmackhafte Gerichte bereiten und das Metzger und Direktvermarkter den Kunden für die eigene Küche anbieten, stamme aus Revieren der Umgebung. „Weder das Futter, noch das Produkt müssen um die halbe Welt reisen“, sagte der Naturpark-Geschäftsführer.

Das Wild wachse in seinem natürlichen Lebensraum auf, werde von Jägern erlegt und leide nicht unter Schlachtstress wie die Hausschweine aus den Mastbetrieben, die noch meist über lange Strecken zum Schlachthof gekarrt werden.

Und schließlich sei das zarte Fleisch aus den heimischen Wäldern auch deshalb ganz besonders, weil es fettarm, leicht bekömmlich und frei von Medikamenten sei, gleichzeitig reich an Eiweiß und Mineralstoffen. So leisten dann die Wilden Wochen in diesem Jahr bis zum 15. November ihren Beitrag, den Verbraucher von der Wertigkeit des regionalen Wildfleisches zu überzeugen. (Norbert Müller)

Feinschmecker kommen bei den Wilden Wochen auf ihre Kosten.

Rubriklistenbild: © Norbert Müller

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