100 Besucher bei Bürgerversammlung in Bad Emstal

Wird alte Ergotherapie der Vitos zur Kita umgebaut?

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Könnte der Gemeinde Bad Emstal aus der Klemme helfen: Das leerstehende Haus 157 von Vitos Kurhessen in Merxhausen. Einst beherbergte das Gebäude die Ergotherapie. Künftig könnte dort eine neue Kindertagesstätte mit Krippe entstehen.   

Kita-Betreuung, Kursaal, Entwicklungskonzept der Forensik, Bauplätze und Seniorenbeirat – das waren die Themen der Bürgerversammlung in Bad Emstal mit 100 Besuchern bei Vitos in Merxhausen.

Außenwohngruppe Vitos

Die Ärztliche Direktorin der Forensik, Birgit von Hecker, stellte die Ausbaupläne der Klinik vor. Vitos möchte seine Kapazitäten in der forensischen Psychiatrie von 84 vertraglich festgeschriebenen Plätzen um acht erweitern. Die sollen in einer Außenwohngruppe untergebracht sein. Für den Aufbau diese Gruppe möchte Vitos ein Gebäude an der Landgraf-Philipp-Straße 8 sanieren. Mehrere Gründe haben zu diesem speziellen Therapieangebot geführt. Zum einen gibt es in Hessen einen steigenden Bedarf, suchtkranke Rechtsbrecher im Maßregelvollzug unterzubringen. Zum anderen, so von Hecker, solle der Übergang von der geschlossenen Therapie in den offenen Rehabilitationsprozess weniger holprig erfolgen. „Je nahtloser, desto besser die Erfolgsaussichten.“ Die Außenwohngruppe würde exakt an diesem Übergang eine Lücke schließen. Ihr Ziel ist es, die Verselbstständigung der Patienten zu fördern und den Integrationsprozess in die Gesellschaft unter kontrollierten Bedingungen zu verbessern.

Gegen die Pläne ist eine Bürgerin, die zugleich Mitglied des Forensikbeirates ist. Sie schlug vor, alle Bürger im Vorfeld zu befragen.

Kitaplätze

Die Ausgangslage ist kritisch: Bis September kommenden Jahres muss die Gemeinde 33 Kita-Plätze und zwölf Plätze für unter Dreijährige aus dem Hut zaubern. Am Freitag skizzierte Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD) eine Lösung. Und die könnte sich in der ehemaligen Ergotherapie auf dem Gelände der Vitos-Klinik in Merxhausen anbieten. Haus 157 steht seit einiger Zeit leer. Der Flachbau sei ausreichend groß, biete sicherlich 75 Kinder Platz, im Umfeld gebe es Möglichkeiten, Spielgeräte aufzustellen und ein kinderfreundliches Ambiente zu schaffen. Das Gelände liege verkehrsgünstig an der Bundesstraße, auch Parkplätze seien vorhanden. Ersten Schätzungen zufolge müsste das Gebäude zuvor für etwa 1,4 Millionen Euro saniert und für Kinder hergerichtet werden.

Neben dieser Variante, die zudem als dauerhafte Kita in Betracht gezogen wird, wurden noch drei weitere Alternativen überprüft. Haus 106, ebenfalls ein Gebäude von Vitos, müsste auch saniert und umgebaut werden. Allerdings könnten in ihm keine Krippen-Kinder betreut werden. Mit der Erweiterung der Zwergenhöhle in Sand stoße die Gemeinde nach relativ kurzer Zeit erneut an ihre Kapazitätsgrenzen. Und schließlich habe man auch eine Containerlösung auf ihre Vor- und Nachteile hin überprüft. Das aber sei zu teuer und auch nur eine Übergangsvariante. Frankfurth betonte, dass das Haus 157 für Elternbeirat und DRK, dem Träger, der Favorit ist.

Kursaal

Sämtliche bisherigen Gutachten zur Therme hatten eines gemeinsam: Sie fokussierten lediglich auf die Schäden. Die Frage, was aber getan werden müsse, um Elemente wie Kursaal, Foyer oder Physiotherapie eventuell doch noch nutzen können, habe nie eine Rolle gespielt. Aus Sicht Frankfurths ein Fehler. Deshalb lässt er derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellen. „Wir wollen wissen, was mit dem Kursaal noch machbar ist.“ Sobald es etwas Neues gebe, würden die Bad Emstaler informiert. Auf Nachfrage einer Besucherin bestätigte Frankfurth, dass seitens der früheren Mieterin der Physiotherapie Schadensersatzforderungen gegen die Gemeinde im Raum stehen.

Bauplätze

Lösungen deuten sich auch für die bislang schwierigen Bestrebungen der Gemeinde an, neue Baugebiete auszuweisen. Triftweg, Kitzhagen und Oberste Eichen – alle Varianten würden derzeit kalkuliert. Am aussichtsreichsten erscheint der Triftweg in Sand mit knapp 30 Bauplätzen. Daneben hätten sich aber auch am Emser Berg Möglichkeiten für zehn Grundstücke aufgetan, sagte Stefan Frankfurth. Daneben hätten Privateigentümer in Balhorn Flächen in Aussicht gestellt. Derzeit lägen der Kommune etwa 30 Anfragen von Bauwilligen vor.

Seniorenbeirat

Für die Gemeinde ist ein Seniorenbeirat im Aufbau, elf Interessierte haben sich bereits gefunden. Doch der Kreis ist noch erweiterbar. Am Freitagabend warb Frankfurth um Mitarbeit. Am 11. Dezember findet im Rathaus ab 15 Uhr ein Treffen statt. Wer mag, kann sich über das Vorzimmer des Bürgermeisters unter 05624/999713 anmelden.

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