Mehr als 300 Betriebe im Blick

Wolfhagerin Judith Andreas ist neue Lebensmittelkontrolleurin im Landkreis Kassel

In der Backstube: Der Betrieb von Meister Dirk Oliev war eine der Prüfungsstationen für Judith Andreas (rechts). Links Kontrolleur Bernd Kramer, den Judith Andreas während ihrer Ausbildung begleitete.
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In der Backstube: Der Betrieb von Meister Dirk Oliev war eine der Prüfungsstationen für Judith Andreas (rechts). Links Kontrolleur Bernd Kramer, den Judith Andreas während ihrer Ausbildung begleitete.

Die Wolfhagerin Judith Andreas ist die neue Lebensmittelkontrolleurin im Landkreis Kassel.

Bad Emstal – Freibier ist nicht alles, und auch Milch und Käse macht auf Dauer nicht jeden glücklich: Judith Andreas hat nach ihrem Studium in einer Brauerei und danach in Molkereien jeweils in der Qualitätssicherung gearbeitet, ehe sie sich beim Landkreis Kassel auf eine Stelle als Lebensmittelkontrolleurin bewarb. Seit vergangener Woche checkt sie nun selbstständig und unangemeldet unter anderem in der Gastronomie, in Bäckereien und Fleischereien, ob alles den Vorschriften entspricht und die Hygienestandards eingehalten werden.

Zuvor hatte die 28-jährige Wolfhagerin eine zweijährige Fortbildung zu absolvieren und am Ende eine Prüfung zu bestehen. Ein halbes Jahr büffelte sie in dieser Zeit an der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf, zwei Monate machte sie ein Praktikum im Landeslabor in Kassel. Die übrige Zeit begleitete sie mit Kontrolleur Bernd Kramer einen Routinier im Job bei dessen Touren zur Kundschaft. „Da lernt man viel“, sagt sie.

Judith Andreas: Lebensmittelkontrolleurin

Der 59-Jährige ist ausgebildeter Bäckermeister. Jeder der vier Lebensmittelkontrolleure des Landkreises und auch der fünfte Kollege, der noch ein Jahr bis zum Abschluss hat, bringt als Grundvoraussetzung eine Ausbildung aus dem Lebensmittelbereich mit: Neben Bäckermeister Kramer sind zwei Metzgermeister am Start, ein Küchenmeister und mit Judith Andreas eine Ernährungswissenschaftlerin.

Dirk Oliev: Bäcker- und Konditormeister

Es war ein guter Schritt, in den Fachbereich für Veterinärwesen und Verbraucherschutz zu wechseln, ist die 28-Jährige überzeugt: „Der Beruf ist extrem vielseitig, man hat mit vielen Menschen zu tun und bekommt jede Menge Einblicke in die verschiedensten Bereiche im Verbraucherschutz.“ Tatsächlich beschränkt sich die Zuständigkeit der Kontrolleure nicht nur auf Lebensmittel, auf Lokalitäten zwischen Schlachtbetrieb und Dönerstand, sondern erstreckt sich auch auf Bedarfsgegenstände, auf Teller, Tassen – alles, was mit Lebensmitteln und dem Körper in Berührung kommt. Da gehört die Kühlung der Sahne in einer Großküche genauso dazu, wie der Tabak für den Dampfkessel einer Shisha-Bar.

Bernd Kramer: Lebensmittelkontrolleur

Eine Großküche stand auch bei der praktischen Prüfung auf dem Programm von Judith Andreas. Und dazu der Handwerksbetrieb von Bäckermeister und Konditormeister Dirk Oliev in Bad Emstal. Da musste sie jeweils selbstständig das übliche Programm einer Überprüfung abspulen. Ist alles richtig gekühlt und gelagert? Ist die Kennzeichnung der Produkte korrekt? Sind die Mitarbeiter passend ausgebildet? Stimmen die hygienischen Voraussetzungen? Das sind nur einige Punkte auf der Checkliste. Später wird die neue Mitarbeiterin des Landkreises auch Verbraucherbeschwerden zu bearbeiten haben, etwa, wenn jemand meint, sich in einem bestimmten Lokal den Magen verdorben zu haben.

Am Ende von schriftlicher, mündlicher und zwei praktischer Prüfungen „ist es ein gutes Gut“ geworden, sagt Judith Andreas über ihre Abschlussnote. Sie betreut nun mehr als 300 Betriebe im Bereich Bad Emstal, Schauenburg und Baunatal. Und hat einen sicheren Job im Öffentlichen Dienst. (Norbert Müller)

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