Achte Ausgabe

Zahlreiche Schätzchen gingen bei Oldtimer-Ausfahrt im Habichtswald an den Start

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Brachte seinen Mercedes Benz aus dem Jahr 1964 vor dem Start auf Hochglanz: Dr. Axel Görs aus Bovenden.

Bad Emstal. Dass alte Liebe tatsächlich nicht rostet, weiß bei der achten ADAC Oldtimer-Ausfahrt Habichtswald am Sonntag niemand besser als Charly Fernau aus Fuldabrück.

Sein Ford Speedster hat schließlich schon manch Jährchen auf dem Buckel, und so auch sein Besitzer. „Das Auto ist Baujahr 1931, ich 1930“, sagt der rüstige Oldtimerfan, der sein altes Schätzchen vor vielen Jahren aus Argentinien importiert hat und es heute nicht mal für den Schätzwert in Höhe von rund 80.000 Euro hergeben würde.

„Es ist einmalig in dieser Form und durchaus mit ein Grund, warum ich noch immer so fit bin.“ Alte Autos und junge Frauen seien sein Rezept für ein glückliches Leben, so der 87-Jährige augenzwinkernd, der ganz genau um die Wirkung eines außergewöhnlichen Autos auf das andere Geschlecht weiß. „Es ist wie mit Hunden, hat man ein besonders schönes Exemplar, kommt man unterwegs spielend leicht ins Gespräch.“

Bei der Oldtimerrallye kommt es am Sonntag aber auf anderes an, auf was, das verrät ihm sein Bordbuch, das er pünktlich zum Start an der Emstaler Christine-Brückner-Schule bekommt. Die Streckenführung muss er sich anhand der darin gemachten Angaben selbst erarbeiten, um letztlich von Sand über Balhorn, Naumburg und Waldeck vorbei am Edersee gen Züschen zu fahren, von wo aus es nach einer kurzen Mittagspause weiter über Hadamar, Kirchberg, Großenritte und Niedenstein zum Ziel in Merxhausen geht. 

Die Veranstalter von den Motorsportclubs Emstal und Espenau-Vellmar haben verschiedene Kontrollstationen eingebaut, um kleine Schummeleien zu verhindern. „An die 25 freiwillige Helfer haben wir dafür auf der Strecke im Einsatz“, so Fahrtleiter Hans Günter Christmann, der mit seinem Team außerdem unterschiedliche Aufgaben für die Teilnehmer vorbereitet hat, etwa einen Bordstein mit vorgegebenem Abstand an- oder Teilstrecken in vorgegebenen Zeitfenstern abzufahren.

Alte Autos machen glücklich: Oldtimer-Ausfahrt im Habichtswald

Knifflige Aufgaben, die alle Teilnehmer am Ende mit Bravour gemeistert haben. In der Kategorie „Touristisch“ siegt Hans-Heinrich Martin aus Edertal mit Beifahrer Ulrich Brede und seinem 44 Jahre alten VW Käfer gefolgt von Christel und Jörg Gebhardt aus Gudensberg und ihrem Lancia Fulvia Monte Carlo (Baujahr 1976) sowie Jörg und Insa Sartorius aus Beverungen mit einem Audi Coupé Quattro aus dem Jahr 1976.

Bei den Jüngeren der Kategorie „Youngtimer“ gewinnt Phillip Bierwirth aus Baunatal mit seinem Rover 216i (1997) und Beifahrer Sebastian Schanze vor Holger Claus und Judith Köhler aus Ahnatal mit einem VW Golf 2 GT Spezial (1989) sowie dem Kasseler Thomas Neth mit seinem VW Golf Cabrio (1994) und Beifahrer Stefan Dittmar.

Für Charly Fernau und seinen alten Flitzer reicht es nicht aufs Treppchen, er landet auf Platz 24. Ob ihm die Bekanntschaften abseits der Strecke doch wichtiger als die kleinen Aufgaben aus dem Bordbuch waren, das bleibt sein Geheimnis.

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