Gemeinde Bad Emstal stellt Antrag auf Entwidmung als Feuerlöschteich

Zaunfreie Zukunft für Rieder Teich in Sicht

Kein Durchkommen: Der Rieder Dorfteich ist seit Juli lückenlos mit einem Bauzaun umstellt. Im Hintergrund das Haus des Teichpächters Peter Soltau, der sich für eine zaunfreie Zukunft des Gewässers einsetzt.
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Kein Durchkommen: Der Rieder Dorfteich ist seit Juli lückenlos mit einem Bauzaun umstellt. Im Hintergrund das Haus des Teichpächters Peter Soltau, der sich für eine zaunfreie Zukunft des Gewässers einsetzt.

Für den Teich am Ortseingang von Riede zeichnet sich eine Zukunft ohne Sicherheitszaun ab.

Bad Emstal. Wie Bad Emstals Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD) bestätigte, fand am Mittwoch eine Begehung mit einem Vertreter des Gemeindeversicherungsverbandes statt. Dabei habe sich der Gast mehrere Teiche im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde angesehen: Vier Teiche im Kurpark, den Fischbachteich im Ortsteil Sand und eben das Gewässer in Riede, für dessen zaunfreien Erhalt sich bereits eine kleine Bürgerinitiative ausgesprochen hatte.

Anlass war, dass der Bad Emstaler Gemeindevorstand sich angesichts des Unglücks von Neukirchen, bei dem im Jahr 2016 drei Kinder in einem kommunalen Feuerlöschteich ertrunken waren, für den Bau eines Zauns entschieden hatte. Im Juli hatten Mitarbeiter des Bauhofes ein stählernes Provisorium in Riede aufgestellt. Dieser Bauzaun, der seitdem den Teich umfasst, sollte bis zum kommenden Jahr, bis zum Aufbau eines dauerhaften Zaunes, stehen bleiben.

Auf Anregung einer kleiner Gruppe Anwohner mit Peter Soltau an der Spitze, der den Teich seit Jahren gepachtet hat und auch Pflegearbeiten ausführt, wurden zwischenzeitlich Lösungsvorschläge unterbreitet, um den Teich, ein ökologisches Kleinod, zaunfrei zu erhalten.

Und der Gutachter des Gemeindeversicherungsverbandes beschrieb den vorgeschlagenen Weg als realisierbar: Da der Dorfteich von Riede als Feuerlöschteich klassifiziert ist, gelten entsprechende Vorschriften, die eine Einzäunung erforderlich machen. Insofern sei eine wesentliche Voraussetzung, um einen Zaun zu vermeiden, dass man das Gewässer als Löschteich entwidmet. Der Zugang von der Straßenseite sollte durch Steine abgeflacht werden, ansonsten halte man das übrige stark eingewachsene und flach abfallende Ufer für unproblematisch. Eine Einzäunung halte er nicht für erforderlich, „da nicht damit zu rechnen ist, dass ein Kind, das versehentlich in das Wasser fällt, nicht auch wieder herausfinden würde“.

Bürgermeister Frankfurth hat seine Bereitschaft signalisiert, einen entsprechenden Entwidmungsantrag zu stellen. Er betont aber: „Dazu müssen wir prüfen, ob das örtliche Leitungsnetz ausreichend ist, um bei einem Großbrand Wasser zu liefern.“ Laut Andreas Bohn, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, müsse in der Ortslage eine Löschwassermenge von 48 Kubikmeter je Stunde zur Verfügung stehen. Da Kanal- und Wasserleitungen vor gar nicht langer Zeit mit einem „DIN-konformen Querschnitt“ erneuert worden seien, „müsste es auf jeden Fall passen“. Man wolle aber den exakten Wert messen.

Der Landkreis mit seinem Brandschutz-Fachbereich und der Unteren Wasserbehörde müsse der Entwidmung zustimmen. „Die Beantragung zur Entwidmung nehmen wir aber jetzt schon vor“, so der Bürgermeister, auch weil das detaillierte Gutachten des Gemeindeversicherungsverbandes inzwischen schriftlich vorliege.

Die Entwidmung, sagt Frankfurth, wäre „eine gute Sache“ und würde dazu noch Kosten sparen, nicht nur, weil man sich einen teuren Zaun sparen könne. Auch die Runderneuerung des Dorfteichs zu einem vollwertigen und leistungsfähigen Löschwasserreservoir ginge ins Geld.

Empfehlungen beinhalte das Gutachten auch für andere besuchte Teiche im Gemeindegebiet. Die Teiche im Kurpark seien unkritisch, weil flach. Im Bereich des Fischbachteichs sollten Stege entfernt oder gesichert, steilere Uferbereiche durch Abflachung oder einen Fallschutz entschärft werden. (Norbert Müller)

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