Beginn des Ramadan: 29 Tage Enthaltsamkeit

Gestern um 21.48 Uhr war es soweit: Als die Sonne über Wolfhagen untergegangen war, durfte Familie Karahan wieder essen und trinken. Unser Foto zeigt (von links): Mutter Seckin, Burcu, Bahattin, Can, Vater Niyazi und Ilker. Foto: Schaffner

Wolfhagen. Gestern hat für die 1,5 Milliarden Muslime auf der Welt mit dem Fastenmonat Ramadan die wichtigste Zeit des Jahres begonnen. Auch Familie Karahan aus Wolfhagen verzichtet zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang auf jegliches Essen und Trinken.

„Das ist natürlich jedes Jahr erst einmal eine Umstellung“, sagt Vater Niyazi Karahan. Vor allem am ersten Abend, wenn der Tisch traditionell mit Datteln und anderen lecker duftenden Köstlichkeiten gedeckt ist, „dann haut man schon ordentlich rein“, sagt er. „Aber mit der Zeit gewöhnt man sich ans Fasten.“ Das Schlimmste sei ohnehin nicht der Verzicht aufs Essen, sondern gerade an heißen Sommertagen das fehlende Trinken. „Ich arbeite aber im Büro, da geht es noch“.

Allerdings gebe es für Gläubige, die schwerer körperlicher Arbeit nachgehen, auch Ausnahmen vom Fasten. „Der Koran besagt, dass nur diejenigen fasten sollen, denen es körperlich gut geht“, erklärt Niyazi Karahan. Mit ihm fastet seine ganze Familie. Darunter auch Sohn Can. Er will in diesem Jahr alle 29 Tage durchhalten. „Bisher habe ich wegen der Schule nur am Wochenende gefastet“, sagt er, „aber dieses Jahr möchte ich es ganz schaffen“. Sein Vater unterstützt ihn dabei. Beim Ramadan gehe es schließlich auch darum, ein Mitgefühl für die Menschen zu bekommen, denen es nicht so gut geht.

Das Fasten, das neben der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Glaubensbekenntnis, dem Gebet und der Wohltätigkeit eine der fünf Säulen des Islam ist, endet am 16. Juli mit dem Zuckerfest. Das dreitägige Fest zählt zu den höchsten muslimischen Feiertagen. „Dann wird groß gekocht und gebacken, es gibt Geschenke und alle feiern zusammen“, sagt Mutter Seckin, „das Zuckerfest ist unser Weihnachten“.

Von Sebastian Schaffner

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