Eltern und Kinder in der Einsatzabteilung

Balhorner Familie begeistert sich für die Feuerwehr

Zu viert im Einsatzfahrzeug: Die Beckers aus Balhorn sind engagierte Feuerwehrmitglieder und Teil der Einsatzabteilung. Von links: Nina Becker, Markus Becker, Lukas Becker und Silke Becker in einem Einsatzfahrzeug.
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Zu viert im Einsatzfahrzeug: Die Beckers aus Balhorn sind engagierte Feuerwehrmitglieder und Teil der Einsatzabteilung. Von links: Nina Becker, Markus Becker, Lukas Becker und Silke Becker in einem Einsatzfahrzeug.

Nachdem Sohn Lukas den Grundlehrgang absolviert hat, gehört die komplette Familie Becker der Einsatzabteilung der Balhorner Feuerwehr an und rückt bei Alarm aus.

Balhorn – „Bei Alarm wird’s bei uns zuhause turbulent“, sagt Nina Becker. Wen wundert’s: Vater, Mutter, Tochter und Sohn sind Einsatzkräfte der Balhorner Feuerwehr. Man kann sich gut vorstellen, was passiert, wenn die Balhorner Familie gerade beim Abendbrot sitzt und gleichzeitig vier Melder schrillen und die Sirenen im Ort heulen, weil die Brandschützer zum Einsatz gerufen werden.

Gerade hat der 18-jährige Lukas Becker den Grundlehrgang erfolgreich absolviert und ist damit Teil der Einsatzabteilung geworden. Vorbei die Zeit, da er bei einer Alarmierung als Einziger zurückbleiben musste, während die Eltern und die Schwester zum Gerätehaus eilten.

Jetzt also ist auch der Sohn gefordert, wenn die Wehr gebraucht wird. Die Abläufe beherrscht er längst, schließlich ist er in einer feuerwehrbegeisterten Familie groß geworden. Vater Markus Becker, ein Balhorner Urgestein, hatte als Kind den direkten Blick auf das alte Feuerwehrhaus bei der Kreissparkasse, konnte den Brandschützern beim Aus- und Einrücken, aber auch bei Übungen zusehen. Irgendwann stellte sich für ihn die Frage: „Fußball oder Feuerwehr.“ Mehr gab das Programm im Dorf für die Jungs nicht her. „Fußball war nicht so meins“, sagt der 46-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann. So kam er zur Jugendfeuerwehr.

Dass er seine aus Philippinenburg stammende Frau bei einer Feuerwehrveranstaltung kennengelernt hat, versteht sich fast von selbst. Sie mischte schon als Neunjährige in der Nachwuchstruppe ihres Heimatortes mit, zog mit 19 zu ihrem Markus nach Balhorn und war dort eine der ersten Frauen, die den Grundlehrgang absolvierten und in die Einsatzabteilung aufgenommen wurden. Bis dahin unterstützten die Feuerwehrfrauen die Einsatzkräfte vor allem dadurch, dass sie sich um die Verpflegung kümmerten. Aber für die Krankenschwester und Sanitäterin war das eindeutig zu wenig.

Während die Eltern bei den Ernstfällen gefordert waren, bereiteten sich die Kinder eifrig darauf vor, absolvierten die Ausbildung, hatten bald alles an Abzeichen zusammen, was man als Jugendlicher bei der Wehr sammeln kann, einschließlich der Leistungsspange. Nina wechselte als erstes der Becker-Kinder in die Einsatzabteilung und ist als Atemschutzträgerin dort, wo man besonders gefordert wird. Das gilt weiter für ihre Balhorner Wehr, obwohl sie inzwischen in Philippinendorf wohnt. Sieben Minuten Anfahrt seien kein Problem. Und auch für die Bad Wildunger Feuerwehr geht sie tagsüber an den Start. In der Badestadt arbeitet sie bei einer Bank.

Gemeinsame Einsätze sind für die Familie schon etwas Besonderes. „Ich schaue schon, was die Familie macht“, sagt Mutter Silke, „wenn es denen gut geht, kann ich mich auf meinen Einsatz konzentrieren“. Und auch die Tochter sagt: „Wenn es losgeht, will ich schon wissen, auf welchem Auto die anderen sitzen.“ Denn: „Man passt aufeinander auf.“

Sowohl vor, als auch nach den Einsätzen ist das Quartett ein eingespieltes Team. Auf dem Weg, sagt Nina Becker, „können wir uns gut beruhigen, denn zu viel Adrenalin bringt nichts“. Nach den häufig genug auch mental anstrengenden Feuerwehreinsätzen stützt sich die Familie: „Es ist auch gut, wenn wir nach den Einsätzen miteinander sprechen können“, sagt Markus Becker. „Wir bringen uns dann gemeinsam wieder runter.“ (Norbert Müller)

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