Betriebe suchen händeringend nach Lehrlingen

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Wolfhager Land. Jugendliche sind begehrt. Auch im Wolfhager Land hat ein Wettbewerb um Schulabgänger auf Lehrstellensuche eingesetzt.

Der Grund: Es gibt wegen des demografischen Wandels immer weniger Jugendliche, gleichzeitig benötigen die Betriebe zunehmend Fachkräfte, weil die geburtenstarken Jahrgänge bald in Rente gehen.

Verstärkt werden die Folgen des demografischen Wandels durch den Wegfall des doppelten Abiturjahrgangs und einen Trend zum Studium, erklärt Detlef Hesse, Leiter der Arbeitsagentur Kassel. „Immer mehr Schulabgänger ziehen eine duale Berufsausbildung leider gar nicht mehr in Betracht.“ Dabei werben die Unternehmen vermehrt um geeignete Lehrlinge, so ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK). Ausbildungsverträge würden immer früher abgeschlossen.

Doch das Werben hat auch seine Grenzen. „Schüler mit guten Abschlüssen haben häufig mehrere Angebote, lassen sich jedoch bei ihrer Berufswahlentscheidung häufig länger Zeit, so dass Betriebe vermehrt Stellen stornieren, weil sich die Bewerber auf der Zielgeraden anderweitig entscheiden“, sagt Hesse. Insgesamt verzeichnete die Arbeitsagentur im gesamten Bezirk 400 Stellenstornos, nur drei Stellen (Kreis 10) blieben unbesetzt.

Von Oktober 2013 bis September 2014 suchten 1664 aus dem Landkreis Kassel und 295 Jugendliche aus dem Altkreis eine Lehrstelle - ein Rückgang um 28 (Kreis 181). Gleichzeitig wurden im Altkreis 135 Lehrstellen (Kreis 1122) angeboten, Laut der Agentur für Arbeit sind das acht Stellen (Kreis 27) mehr als im Vorjahr. Noch vor kurzem hätten die Betriebe mehr junge Leute ausgebildet als sie übernehmen konnten, sagt Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Kassel. Heute wären vor allem kleine und mittlere Betriebe froh, überhaupt einen Azubi zu finden.

Von Bea Ricken und Friederike Steensen

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