Polizei warnt

Betrüger schreiben im Namen des Bundeskriminalamtes

Fälscherschreiben im Umlauf: Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche, bei dem der Empfänger aufgefordert wird, eine Telefonnummer anzurufen. Dahinter verbirgt sich ein Callcenter im Ausland. 

Kreis Kassel. Aktuell werden bundesweit Briefe verschickt, die aufgrund ihrer Aufmachung scheinbar vom Bundeskriminalamt (BKA) stammen.

Diese Schreiben machen mit einem angeblichen BKA-Logo und Briefkopf auf den ersten Blick einen seriösen Eindruck. Das Bundeskriminalamt warnt auf seiner Internetseite vor dieser Masche. Auch in Waldeck-Frankenberg sind erste Fälle bekannt geworden. In Stadt und Landkreis Kassel sind bisher keine derartigen Briefe aufgetaucht, berichtet Polizeisprecher Matthias Mänz vom Polizeipräsidium Nordhessen auf Anfrage der HNA.

Die Täter berichten in diesem Fake-Brief von Wohnungseinbrüchen organisierter Banden in der unmittelbaren Nachbarschaft. Besonders dreist ist, dass sie sogar umfangreich vor verschiedenen Betrugsmaschen warnen.

Call-Center im Ausland

Dazu bieten sie weitergehende Informationen unter der angeblichen BKA-Telefonnummer 0611/14717446 an. Hinter dieser Nummer verbergen sich Betrüger in Call-Centern im Ausland.

Matthias Mänz

Rufen die Opfer an, werden sie in ein Gespräch verwickelt, in dem die Täter raten, ihr Vermögen vor den Einbrechern zu sichern. Dazu sollen sie Schmuck, Bargeld und Wertgegenstände außerhalb ihrer Wohnungen oder Häuser deponieren, damit BKA-Beamte sie unbemerkt zur Vermögenssicherung abholen und aufbewahren können. Haben die Täter mit dieser Masche Erfolg gehabt, rufen sie teilweise noch mal mit der angeblichen BKA-Telefonnummer zurück und fordern die Opfer nun auf, sich zum eigenen Schutz in Sicherheit zu bringen und ihre Wohnungen oder Häuser für einen bestimmten Zeitraum zu verlassen. Die Abwesenheit der Opfer wird dann für Wohnungseinbrüche genutzt.

In dem Brief fordert das angebliche Bundeskriminalamt dazu auf, den Inhalt des Briefes auf keinen Fall an Dritte weiterzugeben. „Da es sich hier um staatlich verdeckte Ermittlungen handelt, sind sie nach Paragraph 203 des Strafgesetzbuches der Verschwiegenheit verbunden und dürfen keinerlei Informationen bezüglich dieses Falls mit dritten teilen (insbesondere per Haustelefon oder Handy), da es möglich ist, dass diese abgehört werden“ – heißt es im Fake-Brief. Angeblich seien Hausdurchsuchungen am Wohnort des Empfängers erfolgt. Dabei seien auch über ihn diverse Unterlagen beschlagnahmt und versiegelt worden. Der Empfänger wird aufgefordert, eine Telefonnummer anzurufen. Unterzeichner ist ein gewisser „Martin Speckmann“.

Polizei rät: Bei Anruf auflegen

Die Polizei warnt: Reagieren Sie nicht auf solche Schreiben. Rufen Sie die angegebene Telefonnummer 0611/14717446 nicht an. 

• Das BKA würde sich niemals unaufgefordert mit einem solchen Brief persönlich an Sie wenden. 

• Das BKA würde Sie nie auffordern, Geld oder Wertgegenstände zur Vermögenssicherung herauszugeben. 

• Das BKA würde Sie niemals telefonisch zum Verlassen Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses auffordern. Wenn Sie einen Anruf von der Telefonnummer 0611/14717446 erhalten: Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln, legen Sie auf. Auch wenn Ihnen mögliche staatliche Konsequenzen angedroht werden. Sollten Sie bereits Opfer geworden sein, erstatten Sie Strafanzeige.

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