Bioenergiedorf: Land kommt nicht zur Inbetriebnahme des Nahwärmenetzes

Bioenergiedorf: Wettesingen aus der Luft gesehen. Foto:  Müller

Wettesingen. Der Breunaer Ortsteil Wettesingen ist das größte Bioenergiedorf Deutschlands. Die Wärmeversorgung wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist. Am Freitag wird das Nahwärmenetz offiziell eingeweiht - doch von der Hessischen Landesregierung wird niemand dabei sein.

„Das ist ein Vorzeigeprojekt für ganz Deutschland“, sagt Dieter Hösl, Vorstandsvorsitzender der Wettesinger Energiegenossenschaft (WEG). Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatten die Wettesinger eingeladen, ebenso Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Von ihnen wird allerdings niemand kommen, um das Millionen-Projekt einzuweihen. Hösl ist enttäuscht: „Wir arbeiten tagtäglich ehrenamtlich daran und würden uns wünschen, dass das entsprechend gewürdigt wird.“ Zumal der Ort seit 2014 offiziell als das größte Bioenergiedorf in Deutschland geführt wird.

Ministerin Hinz ist im Urlaub, sagt ihre Referentin Jenny Trefs auf HNA-Anfrage. Auch Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser sei ausgebucht. Al-Wazir ist ebenfalls im Urlaub, sagt Ministeriumssprecher Wolfgang Harms. Die Einladung aus Wettesingen sei am 16. Juli gekommen und damit zu spät. Denn auch Staatssekretär Mathias Samson habe einen vollen Terminplan. „Das tut uns ausgesprochen leid. Es ist ein tolles, lobenswertes Projekt und unter anderen Umständen wären wir gern gekommen“, so Harms. Im Regierungspräsidium ist die Einladung nicht angekommen, sagt Sprecher Michael Conrad. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke habe nun bereits wichtige Termine.

Der Landkreis wird vertreten sein mit dem ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten Wilfried Wehnes (SPD). Auch Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer (SPD) und Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon (CDU) werden nach Wettesingen kommen.

Von Julia Renner

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