Evangelischer Posaunenchor stimmt in Wolfhagen musikalisch auf das neue Jahr ein

Bläsergruß mit Antwort

Hoch über der Stadt: Bernhard Winter bläst für die Wolfhager einen musikalischen Neujahrsgruß. Foto:  zih

wolfhagen. Der Elf-Uhr-Glockenschlag der Wolfhager Stadtkirche war am Neujahrstag gerade verhallt, da erklangen hoch oben vom mächtigen Sankt-Anna-Turm ganz andere Töne. Bernhard Winter, Brigitta, Michael und Tina Bühra, Oliver Eisenbeiß sowie Tobias Scheer vom Posaunenchor der hiesigen Kirchengemeinde begrüßten nach alter Tradition musikalisch das gerade erst begonnene neue Jahr 2010.

Doch damit noch nicht genug. Hatte das Sextett mit Unterstützung von Almuth Pühra als Notengeberin eines der an diesem Morgen insgesamt zehn gespielten Lieder beendet, schwebte aus der Gegenrichtung über der Stadt erneut Trompeten- und Posaunenmusik. Nicht als Echo der geblasenen Weisen, sondern als musikalischer Antwortgruß von weiteren elf Instrumentalisten des Posaunenchores. Diese hatten sich an der Teichbergstraße im gleichnamigen Neubaugebiet auf dem Balkon der Familie Werner und Helga Kepper postiert, sodass im Wechselspiel zum Lobe Gottes und zur Freude der Einwohner der Jahresbeginn das Neujahrskonzert fast eine dreiviertel Stunde lang kraftvoll zu hören war.

War für die sieben Chormitglieder die Besteigung des Turmes auch eine sportliche Herausforderung - exakt 154 Stufen bis zur engen Außenbalustrade galt es zu bewältigen -, so hatten alle Bläser mit den Minustemperaturen zu kämpfen. Denn ab fünf Grad minus, so Bernhard Winter, der im Heiligabendgottesdienst 1965 als Jungbläser zum ersten Mal im Chor mitspielen durfte, ist das Blasen nicht mehr möglich. Weil die feuchte Atemluft in den Instrumenten gefriert.

Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen wurde ein Jahr nach der Gründung des örtlichen CVJM (1924) aus der Taufe gehoben. Zunächst als Teil des CVJM, später ist er Chor der Kirchengemeinde geworden. Er hat auch trotz des eigentlichen Verbots und massiver Repressalien die menschenverachtende Zeit unter den Nationalsozialisten fortbestanden. An den Aufgaben hat sich von den Anfängen bis heute nichts geändert. Mindestens einmal monatlich wird der Gottesdienst in der Stadtkirche mitgestaltet, dazu gibt es weitere Auftritte bei kirchlichen Festen und anderen Anlässen - als Teil der Verkündigung der guten Botschaft des Glaubens.

Immer wieder finden junge Menschen, die von den Altbläsern ausgebildet werden, den Weg in den Posaunenchor. Derzeit freut sich der Chor über fünf Mädchen und Jungen, die vermutlich ihren ersten großen öffentlichen Auftritt im diesjährigen Weihnachtsgottesdienst haben -und beim Jahreswechsel 2010/2011 die Wolfhager mit der musikalischen Neujahrsbegrüßung vom Turm der Stadtkirche erfreuen wollen. (zih)

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