Blühflächen sollen Honigbienen satt machen

+
Mittendrin: Imker Jürgen Heiderich (rechts) und Jannik Hühne genießen die Vielfalt der Blühfläche, die in den kommenden Jahren den Insekten Nahrung liefert. 45 verschiedene Pflanzensorten waren in der Saatenmischung.

Elbenberg. Kleiner Wiesenknopf, Färber-Wau, Herzgespann - sie alle haben eins gemeinsam: Sie blühen bunt und bieten Insekten, vor allem auch den Honigbienen, Nahrung, wenn landwirtschaftliche Kulturarten bereits verblüht und abgeerntet sind.

Jürgen Heiderich kennt die Kräuter. Der Hobby-Imker hat sie in diesem Frühjahr in seinem Garten an der Balhorner Straße in Elbenberg auf einer Fläche von gut 90 Quadratmetern ausgesät, gemeinsam mit vielen anderen Samen wie Ringelblume, Dill, Sonnenblume, Klatschmohn, Königskerze und Malve. Insgesamt 45 Sorten waren im Saatgut, das er ausgebracht hat. Veitshöchheimer Bienenweide nennt sich die Blühflächenmischung, die jetzt ihre Pracht entfaltet und die unterschiedlichsten kleinen Brummer anlockt. Der 53-Jährige schwärmt von der Artenvielfalt zwischen all den Blüten, die man sonst in der Feldgemarkung kaum noch finde, und seine Frau Ute von den Farben der Blumen. „Ich gehe öfter rüber in den Garten. Einfach weil es da so schön blüht“, sagt sie.

Erste Erfahrungen 

Im vergangenen Jahr sammelte Heiderich erste Erfahrungen mit der Blühflächen-Mischung, die der Imkerverein Wolfhagen im Rahmen eines Pilotprojektes abgibt, am Naumburger Hummelhaus. In diesem Jahr hat der Elbenberger erstmals in Eigenregie eine Fläche bestellt. Unterstützung hat er dabei von seinem „Lehrling“ Jannik Hühne. Der 13-jährige imkert seit knapp zwei Jahren und wird von Heiderich angeleitet. Inzwischen kennt sich der Schüler aus Naumburg schon richtig gut aus, hat auch in diesem Jahr seine erste Ernte eingefahren. 52 Gläser Honig, sagt er stolz, haben ihm seine zwei Völker eingebracht. Abnehmer hat er in der Familie und im Bekanntenkreis.

Mit Heiderich, der 18 Wirtschaftsvölker sein Eigen nennt, von denen jedes im Schnitt 30 Kilo Honig pro Jahr schafft, kann er zwar noch nicht konkurrieren, aber, sagt sein Lehrmeister lachend, Jannik sei auf dem besten Weg. Und der Nachwuchs-Imker ist mit Begeisterung bei der Sache. „Ich bessere damit mein Taschengeld auf“, sagt er. Noch wichtiger sei aber, dass man mit der Bienenhaltung einen Beitrag für den Naturschutz leiste.

Durch Zufall getroffen 

Getroffen haben sich beide durch Zufall, am Info-Stand des Imker-Vereins auf dem Wolfhager Viehmarkt. Der junge Naumburger zeigte Interesse für die Imkerei, und Jürgen Heiderich nahm ihn unter seine Fittiche, so wie vor gut zehn Jahren Richard Trutti, der damalige Vorsitzende des Wolfhager Imkervereins, Jürgen Heiderich.

Ob Jannick Hühne in absehbarer Zeit auch eine eigene Blühfläche anlegen wird? Dazu braucht es erstmal eine geeignete Fläche. Aber interessiert wäre er schon. Schließlich käme es letztlich auch seien eigenen Bienen zugute.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.