So schützen Sie sich vor Spam-Mails: Tipps vom IT-Profi 

Böse Überraschung im Postfach: Sogenannte Spam-E-Mails sind nicht nur nervig, sondern können auch eine Gefahr für den Computer darstellen. Foto: Brück

Wettesingen. Sie sind nicht nur nervig, sondern oft auch gefährlich: Sogenannte Spam-Mails. Nicht einmal Computerexperten sind vor den unerwünschten Nachrichten sicher. „Wir erhalten regelmäßig solche E-Mails", sagt IT-Fachmann Mario Fischer aus Wettesingen.

Bis zu 200 Spam-Mails erhält der 46-Jährige täglich. Manche davon so täuschend echt gefälscht, dass selbst der Profi zwei Mal hinschauen muss, um Betrüger zu entlarven. „Erst kürzlich erhielt ich eine Rechnung von einem Autohaus, die so authentisch aussah, dass ich beim vermeintlichen Absender anrufen musste“, sagt Fischer.

Tatsächlich waren die Computer des Autohändlers gehackt und das Design von Betrügern kopiert worden. Wer bei solchen Nachrichten auf etwas klickt, riskiert viel: Der Rechner könne gesperrt oder sensible Daten an Unbekannte gesendet werden. „Die können einem dann das Konto leer räumen“, erklärt Fischer.

Rund 15 Mal pro Monat erhält er bei seiner Firma MDF IT-Service Anrufe von Kunden, bei denen schon alles zu spät ist. Damit das nicht mehr so leicht passiert, verrät der IT-Experte wie man sich schützen kann:

Betrüger nutzen automatische Programme, die das Internet nach E-Mail-Adressen durchsuchen, an die dann Spam-Mails geschickt werden. „Wer das verhindern will, darf seine Adresse nur direkt an Personen weitergeben, die er kennt“, sagt Fischer. In der Praxis sei das aber oft schwierig. „Deshalb darf man nie Mails öffnen, die von einer unbekannten Adresse geschickt werden“, so Fischer weiter. Zudem erkenne man Spam-Mails oft an merkwürdigen Adressen. So werde zum Beispiel ein seriöser Rechnungssteller keine Adresse wie supertyp23@yahoo.ru verwenden.

„Wer aufmerksam ist, wird keine Probleme haben“, erklärt der IT-Experte. Auch wenn viele betrügerische E-Mails gut gemacht seien, könnte man bei genauem Hinsehen Fehler erkennen. So würden viele Spam-Mails Rechtschreibfehler enthalten oder von vermeintlichen Firmen kommen, bei denen man gar kein Kunde ist. „Wenn man Zweifel hat, sollte man die E-Mail lieber löschen“, rät Fischer. Rechnungen würden vor einer Mahnung nochmal per Post zugestellt. Behörden wie das Finanzamt würden grundsätzlich keine Rechnungen per E-Mail versenden.

Auf einen Spam-Filter, der verdächtige E-Mails aussortiert, soll man sich laut IT-Fachmann nicht verlassen. „Kriminelle passen sich schneller an, als die Spam-Filter aktualisiert werden können“, sagt Fischer. Auch Anhänge in Mails könnten inzwischen einfach an Sicherheitsprogramme angepasst werden. Eine maximale Sicherheitseinstellung würde darüber hinaus verhindern, dass man überhaupt digitale Post empfangen könne. Das sei auf keinen Fall eine sinnvolle Alternative.

Trotz der möglichen Gefahren, rät der Experte keine Angst zu haben. „Es passieren täglich Verkehrsunfälle, trotzdem fahren wir weiter Auto“, sagt Fischer. „Man muss sich einfach informieren und die Augen offen halten.“ Wenn man sich unsicher sei, solle man einen Profi anrufen. Das gelte besonders bei E-Mails auf der Arbeit: „Ein unaufmerksamer Mitarbeiter kann das ganze System lahm legen“, sagt Fischer.

 

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