1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Breuna

Nach 44 Jahren in der Kita Regenbogen geht die Leiterin in den Ruhestand

Erstellt:

Von: Reinhard Michl

Kommentare

Ende einer langen Dienstreise: Nach 44 Jahren als Erzieherin in der Oberlistinger Kindertagesstätte Regenbogen, davon 32 Jahre als Leiterin, wird Christa Rüddenklau heute in den Ruhestand verabschiedet.
Ende einer langen Dienstreise: Nach 44 Jahren als Erzieherin in der Oberlistinger Kindertagesstätte Regenbogen, davon 32 Jahre als Leiterin, wird Christa Rüddenklau heute in den Ruhestand verabschiedet. © Reinhard Michl

Auf diesen Tag hat sich Christa Rüddenklau schon gefreut. Denn heute geht die 64-jährige Erzieherin aus Leidenschaft in den wohlverdienten Ruhestand.

Oberlistingen - Nach 44 Dienstjahren als Mitarbeiterin in der gemeindlichen Kindertagesstätte Regenbogen in Oberlistingen, davon seit 32 Jahren als verantwortliche Leiterin sagt sie nun Tschüss. Mit ihrer Familie, Ehemann Heinz-Theo, den beiden Kindern und drei Enkeln, hat sich die im Breunaer Ortsteil Niederlistingen lebende Christa Rüddenklau auf diesen Tag vorbereitet. Sie verhehlt aber nicht, dass dies zwar mit einem lachenden Auge geschieht, sondern auch mit jeder Menge Wehmut im Herzen. Verabschiedet wurde „Tante Christa“, wie sie von „ihren“ Kindern liebevoll genannt wird, bei einem kleinen Festakt mit Breunas Bürgermeister Jens Wiegand, dem evangelischen Gemeindepfarrer Thomas Wischnath, ihrem bisherigen Mitarbeiterteam sowie natürlich von allen 45 jetzigen und vielen ehemaligen Regenbogen-Kindern. Auch Bürgermeister Jens Wiegand war einst ein Regenbogen-Kind.

Der Wunsch, Erzieherin zu werden, hatte Christa Rüddenklau, die selbst nie einen Kindergarten besucht hatte, schon während ihrer Kinder- und Jugendzeit. Als Alternative wäre sie gerne Kinderkrankenschwester geworden. Für ein junges Mädchen, das im heutigen Trendelburger Stadtteil Sielen am 14. April 1958 geboren wurde, dort auf einem Bauernhof aufwuchs, war damals die Mittleren Reife keine Selbstverständlichkeit. „Ein Bekannter meiner Eltern äußerte sich ihnen einmal gegenüber, warum ich denn einen Beruf erlernen will. Ich könnte doch auf unserem Hof arbeiten. Meine Eltern als auch mein viel zu früh verstorbener Bruder, der den Hof übernahm, unterstützten jedoch meinen Berufswunsch. Fuhren mich regelmäßig von Sielen zum Eberschützer Bahnhof, damit ich mit dem Zug zu meiner Ausbildungsstätte kam“, erzählte Christa Rüddenklau. Ihr Vorpraktikumsjahr absolvierte sie in der Kinderstation des Hofgeismarer Krankenhauses. Danach besuchte sie zwei Jahre lang die Fachschule für Sozialpädagogik in Warburg und schloss ihre Ausbildung mit einem Anerkennungsjahr mit schulischer Begleitung und der erfolgreichen Prüfung als staatliche Erzieherin ab. Danach bewarb sie sich bei der Gemeinde Breuna und bekam die sofortige Zusage als Erzieherin in der Kita Oberlistingen zu arbeiten.

Wie kommt eine junge Frau aus dem Diemeltal aber nach Niederlistingen? Christa Rüddenklau lachend: „Mein Mann und mein Bruder haben gemeinsam die Landwirtschaftsschule besucht. Sind nicht nur beruflich Freunde geworden. So lernte ich Heinz-Theo kennen und lieben. Bei unserer kirchlichen Trauung standen die Oberlistinger Regenbogen-Kinder schon Spalier. Niederlistingen wurde meine neue Heimat und meine Schwiegereltern standen mir nach der Geburt der beiden Kinder helfend zur Seite, damit ich weiter in meinem Beruf arbeiten konnte.“ Christa Rüddenklau hat sich neben ihrem Beruf zudem Jahrzehnte lang ehrenamtlich in Niederlistingen engagiert: im Kirchenvorstand, bei den Landfrauen sowie im Gemischten Chor.

Ihre Entscheidung, Erzieherin zu werden, hat sie nie bereut. „Auch weil ich fachlich und menschlich auf ein Mitarbeiterteam bauen und vertrauen konnte.“ Eine aus diesem Kreis, Daniela Hütter, tritt nun als neue Kita-Leiterin die Nachfolge an. Wenn in der Regenbogen-Kita personell Not angesagt ist, darf Christa Rüddenklau aber gerne einspringen – bot ihr der Bürgermeister an.

Von Reinhard Michl

Auch interessant

Kommentare