Christina Kranz aus Breuna knickt und schneidet Muster und Schriften in Bücher

Aus alten Schwarten wird Kunst

Breuna. Seit Christina Kranz lesen kann, ist sie ein Bücherwurm. Ob Krimi oder Schnulze – die Breunaerin liest alles und leitet seit sechs Jahren die Bücherei der Gemeinde Breuna. Dort muss sie immer mal wieder alte Bücher ausrangieren, die niemand mehr lesen möchte. Doch zum Wegwerfen sind sie zu schaden, fand Kranz. Nun verwandelt sie die alten Schinken in pfiffige Kunstwerke.

Ein Stern oder auch zwei Herzen, tierische Pfoten oder Schriftzüge wie „lesen“ und „danke“: Im Arbeitszimmer von Christina Kranz stehen zahlreiche Bücher, die eine neue Verwendung gefunden haben.

Durch Zufall ist die 49-Jährige vor etwas mehr als einem Jahr auf die Buchfaltkunst gestoßen und war begeistert. „Man muss sich aber erst reinfuchsen“, sagt sie. Durch ein Buch und Online-Videos hat sie das getan. Das ein oder andere Exemplar flog anfangs in den Mülleimer, weil es nicht recht klappen wollte. Mittlerweile hat sie den Dreh raus, hat schon zahlreiche Hingucker angefertigt.

Viele Materialien braucht sie für die Arbeit nicht. Eine Vorlage, die Seite für Seite anzeigt, wo sie den Knick machen muss, druckt sie aus dem Internet aus. Dann kann es losgehen. „Es ist eine reine Fleißarbeit“, sagt sie. „Man muss mehrere Hundert Seiten durcharbeiten.“ Mehrere Stunden braucht sie, bis sie ein Muster fertig geknickt hat, manches Mal greift sie auch noch zur Schere, um einem ihrer kleinen Kunstwerke den letzten Schliff zu geben.

Ob Taschenbuch oder Hardcover, aus allem kann sie etwas machen. Beispielsweise Fensterschmuck aus einem Taschenbuch. Das hat sie auch schon Teilnehmerinnen in einem Kurs in der Buchhandlung Mander in Wolfhagen beigebracht.

Mittlerweile nimmt sie nicht nur ausrangierte Bücher aus der Gemeindebücherei, sondern kauft auch günstige Exemplare auf Flohmärkten. Denn aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wird sie immer häufiger gebeten, Bücher zum Verschenken zu bearbeiten. Wie viele kleine Kunstwerke sie bereits gemacht hat, kann Christina Kranz nicht schätzen.

Für die Vorweihnachtszeit hat sie sich jetzt vorgenommen, einen Weihnachtsbaum aus Buchseiten zu knicken. Und – sobald sie es sich zutraut – wird sie auch mehrere Wörter übereinander einarbeiten. Bis dahin bleibt sie bei „einfacheren“ Kunstwerken.

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