Breuna

Aus für den Feierabendmarkt in Breuna

Nur wenige Besucher waren beim letzten Feierabendmarkt in Breuna an der Tränke: Honig, Brot und Gebäck, Weine und Federweißer, Bio-Obst und Bio-Gemüse, Eier sowie frische Bratwurst und Pommes wurden angeboten. Doch die Händler blieben auf ihrer Ware sitzen. Damit fiel auch die Entscheidung, keinen Markt mehr anzubieten.
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Nur wenige Besucher waren beim letzten Feierabendmarkt in Breuna an der Tränke: Honig, Brot und Gebäck, Weine und Federweißer, Bio-Obst und Bio-Gemüse, Eier sowie frische Bratwurst und Pommes wurden angeboten. Doch die Händler blieben auf ihrer Ware sitzen. Damit fiel auch die Entscheidung, keinen Markt mehr anzubieten.

„Zu wenig“, lautete die Bilanz des Feierabendmarktes in Breuna. Es wird keinen Feierabendmarkt mehr geben.

Breuna – Die Marktbeschicker des Feierabendmarktes in Breuna hatten noch am Donnerstag gehofft, dass viele Besucher kommen, um endlich auch mal wieder eine Bratwurst oder ein Getränk in netter Runde genießen zu können. Denn das war wieder erlaubt – mit allen weiteren Hygieneregeln. Doch es herrschte gähnende Leere an der Tränke, dem zentralen Punkt im Dorf. Gerade um die 15 Besucher waren gekommen.

Ulott, der den Markt in Breuna organisiert hatte, hatte ursprünglich die Idee, in der gesamten Region Feierabendmärkte anzubieten. „Um die Region zu stärken“, sagte Ulott. Doch der Aufwand lohne sich für die Anbieter nicht. Das war aber nicht immer so.

„Corona hat dem Markt quasi das Genick gebrochen“

Im Herbst des vergangenen Jahres lief der Markt zunächst gut an. „Dann kam aber der Lockdown. Corona hat dem Markt quasi das Genick gebrochen“, sagte Breunas Bürgermeister Jens Wiegand, der im vergangenen Jahr schon sehr begeistert von der Markt-Idee war und dies entsprechend unterstützte.

Wiegand wisse auch nicht, was man besser oder anders hätte machen können. Er habe aber Verständnis für die Marktbetreiber, die einen großen Aufwand betrieben hätten, um ihre Ware ansprechend zu präsentieren. „Allein der Auf- und Abbau ist ja mit viel Arbeit verbunden“, sagte Wiegand. Er bedauere sehr, dass es dieses Angebot nun in Breuna nicht mehr geben werde.

Die Entscheidung steht fest

Auch Karsten Ulott findet es schade, dass in Breuna nun kein Markt mehr stattfindet. Die Entscheidung aller Beteiligten stehe aber fest. Auch die hätten es sehr bedauert und auch lange mit sich gerungen. „Wir alle haben das lange genug ausprobiert und wir können nicht mehr, als da zu sein und so ein Angebot zu machen“, sagte Ulott, stellvertretend für die Marktbeschicker.

„Schade ist es besonders für ältere Menschen, die ein Einkaufen auf Märkten noch von früher her kennen und gerne gekommen sind“, so Ulott. Er und alle anderen müssten aber auch ihre Betriebe aufrecht erhalten und hätten auch familäre Verpflichtungen. „Man muss einfach gucken, dass es für alle passt. Wir Beschicker leben von dem, was wir machen“, so Ulott weiter. (Monika Wüllner)

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Chance vertan

Schade, dass der Feieraendmarkt in Breuna nun nicht mehr stattfindet. Aber wer am Donnerstag da war, der hat auch gesehen, was für eine traurige Veranstaltung das war. Eigentlich hätte man davon ausgehen können, dass sich alle nicht nur auf den Feierabendmarkt freuen, sondern auch darauf, nach der langen Zeit vieler Einschränkungen während der Corona-Pandemie endlich auch mal wieder unter freiem Himmel eine Bratwurst essen zu können oder einen guten Wein zu trinken. Was auch immer.

Dass die Marktbeschicker jetzt die Reißleine ziehen, ist absolut nachvollziehbar. Der ganze Aufwand lohnt nicht, wenn für sie am Ende nicht nur nichts übrig bleibt, sondern auch noch ein Minus. Berechtigt ist die Frage, was die Menschen eigentlich wollen. Gibt es einen Markt, geht keiner hin. Gibt es keinen Markt, wollen sie einen.

Dabei könnte ein Markt besonders am idyllischen Tränkeplatz ein schöner Treffpunkt werden. Sehen und gesehen werden, mal wieder miteinander reden – statt nur übereinander. Den Wocheneinkauf entsprechend mit dem Markttag verbinden. Schade, dass diese Chance vertan wurde. mow@hna.de

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