Zu verschiedenen Anlässen pflanzen

Bäume für den Familienwald: In Breuna wird ein alter Brauch neu belebt

Hier soll ein Familienwald entstehen: Auch in Oberlistingen am Igelsbett sollen Bäume zu besonderen Anlässen gepflanzt werden.
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Hier soll ein Familienwald entstehen: Auch in Oberlistingen am Igelsbett sollen Bäume zu besonderen Anlässen gepflanzt werden.

Um den Wald aufzuforsten, gibt es in Breuna jetzt die Idee, einen Familienwald zu pflanzen. Es soll also in der Gemeinschaft aufgeforstet werden. Insbesondere da, wo Bäume entnommen werden mussten.

Breuna - „Wir haben auch schon Anmeldungen“, sagte Irene Dippel von der Gemeinde Breuna. Es ist ein bis ins Mittelalter zurückreichender Brauch, zu bedeutenden Anlässen einen Baum zu pflanzen. In Breuna sollen am 20. November Bäume gepflanzt werden. Es werden Eichen von einer Größe von circa 1,80 Meter Höhe gepflanzt. Der gespendete Baum geht in den Besitz der Gemeinde Breuna über und es besteht keine Anwuchsgarantie. Ein Baum kostet einmalig 80 Euro inklusive einer individuellen Plakette mit Gravur. Betreut wird das Projekt von Förster Moritz Böhle vom Unternehmen von der Malsburg.

Zu folgenden Anlässen kann ein Baum gespendet werden: Geburt, Taufe, Kommunion, Konfirmation, Grüne, Silberne, Goldene und Diamantene Hochzeit. Die Termine dürfen laut Irene Dippel auch in der Vergangenheit liegen. Wichtig sei aber, dass es einen Anlass gebe. Pflanzorte sind Breuna und Rhöda – Königswinkel, Wettesingen – Hunold, Oberlistingen und Niederlistingen – Igelsbett (bei den Traumliegen am Wanderweg).

Die Gemeinde Breuna liegt mit dem Familienwald voll im Trend. In vielen Städten und Gemeinden gibt es bereits Hochzeitswälder. Das ist eine verbreitete Gelegenheit für Brautpaare, einen Baum auf einer bestimmten Fläche zu pflanzen. Dazu wird in der Regel von der Gemeindeverwaltung eine spezielle Fläche vorgehalten. Oft hilft die Kommune bei der Bestellung des Baumes und der fachgerechten Durchführung der Pflanzung.

Das Wahrzeichnen von Breuna ist eine über 300 Jahre alte Eiche und ist ein Naturdenkmal. Jetzt kommen weitere Eichen in einem Familienwald in verschiedenen Ortsteilen Breunas hinzu.

Einige Kommunen berufen sich dabei auf historische Ursprünge. So verweist zum Beispiel die Gemeinde Schweindorf im Landkreis Wittmund auf eine Verfügung des Fürsten Christian Eberhard von Ostfriesland aus dem Jahre 1697, gemäß der alle neu vermählten Ehepaare im Harlingerland eine Eiche zu pflanzen hätten. Die Samtgemeinde Holtriem schenkt in Erinnerung an diese Verfügung allen Ehepaaren, die sich auf dem Standesamt in Westerholt haben trauen lassen, einen Eichenbaum. Dieser darf entweder im eigenen Garten oder im Hochzeitswald gepflanzt werden.

Auch die schöne Stadt Münster bietet Hochzeitspaaren und Hochzeitsjubilaren diese Möglichkeit an, ebenso gibt es einen Hochzeitswald in Bochum, in Hamm, Büsum, Bocholt, in Schnevedingen und in der Nachbarschaft in Hombressen im Reinhardswald. Und nun auch in Breuna. (Monika Wüllner)

Informationen und Anmeldung bei der Gemeinde Breuna, Irene Dippel, 05693 /989814.

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