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Jahresausblick 2023 für Breuna: Rettungswache und neuer Rewe

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Von: Paul Bröker

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Neubau des Rewe-Markts: Unser Bild zeigt die Abrissarbeiten am 9. Dezember 2022 auf dem Parkplatz an der Wolfhager Straße im Kernort.
Neubau des Rewe-Markts: Unser Bild zeigt die Abrissarbeiten am 9. Dezember 2022 auf dem Parkplatz an der Wolfhager Straße im Kernort. © Paul Bröker

Was sind die zentralen Vorhaben in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden des Wolfhager Landes? Wir haben mit den Bürgermeistern gesprochen. Heute der Jahresausblick für Breuna.

Breuna – Die neue kombinierte Rettungswache ist eines der Hauptprojekte, das in diesem Jahr Fortschritte in der Gemeinde Breuna machen soll. Sehnlichst erwartet wird auch der Ersatz für den Rewe-Markt im Kernort. Bürgermeister Jens Wiegand (parteilos) freut sich aber auch über Verbesserungen bei den Radwegen und der energetischen Sanierung. Viel zu tun also, wie er berichtet.

Kindergarten

„Die Anmeldung für den neuen Waldkindergarten ist seit Januar möglich.“ 25 Plätze wird es am Sportplatz im Wald bei dem privaten Betreiber Nawakio geben. „Der Betrieb beginnt nach den Sommerferien“, sagt Jens Wiegand. Die Ausstattung: ein beheizter Bauwagen, ein Tipi mit Feuerstelle und eine Jurte mit Ofen. Nawakio-Inhaber Joachim Rose lobt auf HNA-Anfrage die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Anmelden können die Eltern ihre Kinder über die Internetseite nawakio.de. Das Interesse sei da, bislang seien aber noch viele Plätze verfügbar. „Wir bereiten gerade alles vor“, erklärt Rose.

Straßenbau

Auch beim Straßenbau soll es 2023 Fortschritte geben. Schwerpunkt ist die Sanierung der Holländischen Straße in Niederlistingen. Zunächst müsse geklärt werden, wie die Gehwege aufgeteilt werden sollen. „Alle Parteien vor Ort sollen damit zufrieden sein.“ Baubeginn sei frühestens Mitte des Jahres.

Geplant sei, den ebenfalls zu erneuernden Kanal im geschlossenen Verfahren zu bauen. Das heißt, in den vorhandenen Kanal wird eine Art Schlauch gepresst, um die Schäden zu beheben. „Dadurch gehen die Tiefbauarbeiten schneller voran.“

Jens Wiegand (Bürgermeister von Breuna)
Jens Wiegand (Bürgermeister von Breuna) © Paul Bröker

Supermarkt

An der Wolfhager Straße in Breuna, wo einmal der neue Rewe-Markt stehen soll, ist derzeit nur ein Schuttberg aufgehäuft. Der Supermarkt samt Getränkeabteilung soll im November 2023 fertiggestellt sein. „Dann haben wir unsere Grundversorgung wieder.“ Momentan führen die Breunaer teils bis nach Volkmarsen, um ihre Einkäufe zu erledigen. Das Gebäude werde von einem Investor gebaut, Rewe miete es dann. „Es soll, wie schon früher, ein Pächter rein“, sagt Jens Wiegand.

Windkraft

Auch das kommunale Windkraftprojekt im Gemeindewald Rhödaer Holz soll dieses Jahr vorankommen. Fünf Windräder sind dort geplant. Gebaut werden sie in Kooperation mit dem Projektentwickler Innovent aus Varel (Niedersachsen). Die Pacht für die Fläche erhalte die Gemeinde, hinzu kämen 50 Prozent aus dem Ertrag. „So profitieren alle Bürger davon“, sagt der Bürgermeister.

Zunächst warte man auf die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), dann könne voraussichtlich ab Ende des Jahres gebaut werden.

Kita

„Die Kita Regenbogen ist in die Jahre gekommen“, sagt Wiegand. Das Gebäude stehe dort schon seit fast 50 Jahren. Die Gruppenräume seien nicht mehr zeitgemäß und sollen daher saniert werden. Neue Möbel, Farben und Elektrik soll kommen.

Vereinsjubiläum

Der Sportverein TSV Oberlistingen feiert Jubiläum. Er wird 100 Jahre alt. Vorstandsmitglied Wolfgang Reineke aus Oberlistingen bedauert auf HNA-Anfrage, dass das Vereinsleben beinahe zum Erliegen gekommen sei. „Die Jugend ist nicht mehr so interessiert“, stellt er fest. „Bei uns halten noch zwei bis drei von uns Älteren die Fahne hoch“, sagt er. Daher sei noch nicht abzusehen, wie das Jubiläum begangen wird. So sei auch nicht geklärt, wie auf Unterlagen zur ersten Eintragung im Jahr 1923 zugegriffen werden kann.

Feuerwehr

Im Kernort bekommt die Feuerwehr einen neuen Einsatzleitwagen. Die Neuanschaffung koste voraussichtlich um die 170.000 Euro. „Die Ausschreibung ist schon unterwegs“, sagt Wiegand. Vom Land Hessen gebe es eine Förderung in Höhe von 32.000 Euro. Erst 2024 soll das Fahrzeug geliefert werden, es gibt Lieferschwierigkeiten. Nach wie vor hat der Wagen einen Verbrennungsmotor.

Die Rettungswache des ASB in Oberlistingen (Foto) wird in einem Kombigebäude mit der Listinger Feuerwehr unterkommen. Die Arbeiten sollen frühestens ab Sommer beginnen.
Momentan nur Provisorium: Die Rettungswache des ASB in Oberlistingen (Foto) wird in einem Kombigebäude mit der Listinger Feuerwehr unterkommen. Die Arbeiten sollen frühestens ab Sommer beginnen (Archivfoto). © Monika Wüllner

Darüber hinaus stehen Arbeiten an zwei Feuerwehrhäusern an. In Wettesingen bekommt die Fahrzeughalle einen Anbau. „In der bisherigen Garage entstehen Umkleidekabinen.“ Aktuell stehe dort ein Mannschaftstransportwagen. Dadurch müssen sich die Feuerwehrleute im Flur umziehen. „Das ist eigentlich nicht zulässig.“ Ersatz muss daher dringend her. 230.000 Euro kosten die Halle und der Umbau. Im Sommer soll der Bau beginnen. Vom Land Hessen gibt es eine Förderung: 40.000 Euro.

Ein sehr großes Projekt steht dieses Jahr in Oberlistingen an. Dort wird die Listinger Wehr ein neues Gebäude erhalten, auch der ASB-Rettungsdienst soll dort einziehen. „Zunächst müssen wir den Haushaltsbeschluss abwarten“, sagt Jens Wiegand. Bis das soweit sei, gebe es keinen Förderbescheid vom Land Hessen. Der Bau beginne deshalb frühestens im Sommer. Die Gemeinde sei bei diesem Projekt wohl nicht vor Kostensteigerungen gefeit.

Quartierskonzepte

Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden sollen jetzt auch die Bürger miteingebunden werden. Dazu soll quartiersbezogen geschaut werden, wo Energie eingespart werden kann. Der Kernort werde dabei in zwei Quartiere aufgeteilt, die restlichen Ortsteile bilden jeweils ein Quartier.

Bei der Bestandsaufnahme arbeitet die Gemeinde Breuna mit den Projektbüros KEEA und B.A.U.M. zusammen. „Alle Gebäude, ob Wohnhaus oder Nebengebäude, die Nichtwohngebäude sowie alle Freiflächen werden dabei in Augenschein genommen.“ Die ersten Daten sollen noch im Frühjahr 2023 verfügbar sein, versprechen die Büros.

„75 Prozent des Geldes dafür kommt von der KFW, 20 Prozent vom Land, fünf Prozent tragen wir selbst“, erläutert der Bürgermeister. Für die Konzeptphase seien insgesamt 370.000 Euro, für die Sanierungen dann 675.000 Euro vorgesehen.

Radwege

Ohne Gefahr von Rhöda nach Volkmarsen zu kommen, ist momentan eine Glückssache. Das soll sich mit dem Ausbau des bestehenden Radwegs zwischen den Orten ändern.

Das gemeinsame Projekt der Kommunen werde vom Land Hessen zu 70 Prozent gefördert. „Die Ausschreibung steht“, sagt Jens Wiegand. Noch in diesem Jahr soll der Weg fertiggestellt werden. Bislang ist der Abschnitt nicht befestigt und verläuft teils auf Wiesen. In Zukunft soll ein zweieinhalb Meter breiter Asphaltweg dort für angenehmes Rollen sorgen. Die Kommunen steuern jeweils etwa 65.000 Euro zu dem Projekt bei. (Paul Bröker)

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