Der 46-Jährige über seine ersten Wochen im Amt und seine Pläne für Breuna

Breunas neuer Bürgermeister Jens Wiegand: Neuer Autobahnanschluss ist sein Ziel

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Von hier aus leitet er die Geschäfte der Gemeinde: Jens Wiegand in seinem Büro.

Die ersten Wochen sind wie im Flug vergangen. Das sagt zumindest Jens Wiegand (parteilos), wenn man ihn nach seinem Start als Verwaltungschef in Breuna fragt.

Knapp zwei Monate liegen hinter ihm als neuer Bürgermeister. „Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt.“

Der 46-Jährige ist froh, dass er den Versuch gewagt hat, sich in ein politisches Amt wählen zu lassen. Dazu gebracht hatte ihn sein mittlerweile verstorberner Vater. „Er hat immer gesagt: Das kannst du auch“, erinnert sich Wiegand. Gegen Amtsinhaber Klaus-Dieter Henkelmann habe er jedoch nicht antreten wollen. Erst nachdem feststand, dass Henkelmann sich zur Ruhe setzen würde, habe er ernsthaft über diesen Schritt nachgedacht. „Auch weil mich viele Leute aus dem Ort angesprochen haben, ob ich das nicht machen will.“

Schließlich setzte sich Wiegand bei der Wahl im Juni durch. Eine knappe Entscheidung. Denn in der Stichwahl bekam er gerade einmal 60 Stimmen mehr als sein Kontrahent Marco Ohme. „Während dieser Zeit habe ich versucht, meine Lockerheit zu bewahren“, sagt der 46-Jährige. „Ich habe mir gesagt: Ich hab einen Job. Die Welt geht nicht unter, wenn es nicht klappt.“

Doch es klappte. Die ersten Wochen seiner Amtszeit hat Wiegand nun hinter sich. Wie sie waren? „Es war eine aufregende Zeit – und sehr abwechslungsreich“, sagt der begeisterte Läufer. Er habe bereits die ersten Amtskollegen aus dem Kreis kennengelernt. Und auch bemerkt: Pläne zu machen, ist gar nicht so einfach als Bürgermeister. „Da kommt meist der Alltag dazwischen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Immerhin sei man in einer kleinen Gemeinde nicht nur für die größeren Probleme zuständig, sondern auch für die kleinen. Etwa, wenn es einen Ausfall beim Kitapersonal gebe.

Gerade das sei es aber, sagt Wiegand, was die Aufgabe so spannend mache. „Und ich habe ja den Vorteil, dass ich durch meinen Lebenslauf schon einige Vorkenntnisse bei verschiedenen Themen habe“, so der Ehringer. Ihm ist wichtig, dass er es weiter macht wie im Wahlkampf. „Ich will mich nicht verbiegen.“

In seinen ersten Wochen war er mehr unterwegs als vor der Wahl. Ein Punkt, aufgrund dessen seine Frau zunächst skeptisch gewesen sei, als er ihr gesagt habe, dass er kandidieren wolle. „Aber mittlerweile sieht sie meinen neuen Posten positiv.“

Wichtige Erfahrungen für diesen Posten hat Wiegand als Sachbearbeiter im Jobcenter in Hann. Münden gesammelt. „Das war das Beste, was ich machen konnte“, sagt er. „Durch diesen Job habe ich gesehen, wie gut es einem geht und wie wichtig es ist, zuzuhören.“ Das will er auch als Bürgermeister tun – mit den Leuten ins Gespräch kommen und so von Problemen und Wünschen erfahren.

Als wichtige Themen für die kommenden Monate sieht Wiegand die letzten freien Flächen im Hiddeser Feld zu vermarkten und die neuen Baugebiete in Breuna und Wettesingen. „Das Dringlichste ist aber der Haushaltsplan.“ Und als Vereinsmensch wolle er die Vereine unterstützen, wo es geht. Dann gibt es da noch das eine große Ziel: Eine zusätzliche Auf- und Abfahrt an der A 44 in Höhe des „Schorenparkplatzes“, um die Breunaer beim Lkw-Verkehr zu entlasten. „Das zu schaffen, wäre mein Wunsch, aber ich weiß auch, dass die Umsetzung dauern wird.“

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