Gegen rechtsradikale Tendenzen

FC Bayern stellt in Breuna aus: Fans lernen NS-Geschichte des Vereins kennen

Tiefe Einblicke in die Geschichte: Anja und Robbi Schirmer (von rechts) aus Wettesingen betrachten aufmerksam eine der vielen Schautafeln der Wanderausstellung „Verehrt, verfolgt, vergessen“ des FC Bayern Museum Erlebniswelt. Dahinter sind einige Mitglieder des FC Bayern-Fan-Clubs aus Korbach zu sehen. Fotos: Ursula Neubauer

Breuna. Mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Verehrt, verfolgt, vergessen“ der FC Bayern Erlebniswelt wurde am Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus in Breuna an die Opfer des Nationalsozialismus beim FC Bayern München erinnert.

Erst im Zuge der Eröffnung des Vereinsmuseum Erlebniswelt in 2012 sei die Aufarbeitung der Geschichte des Fußballvereins ins Rollen gekommen, sagte Andreas Wittner, Mitarbeiter des Vereinsmuseums FC Bayern Erlebniswelt. Auf einer Weltkarte und verschiedenen Schautafeln werden die Wege von 56 jüdischen Vereinsmitgliedern, die fliehen mussten oder deportiert worden, dargestellt. Neun Biografien, wie die Ehrenpräsidenten Kurt Landauer und Siegfried Herrmann werden ausführlich beleuchtet. Auch die Rolle der Nationalsozialisten im Verein wurde nicht ausgespart.

Frank Krakenberg vom Arbeitskreis „Erinnern, Gedenken. Und nun?“ in Breuna hob in Anwesenheit vieler Ehrengäste aus Politik, Kirche und Vereinen in seiner Begrüßungsrede hervor, dass sich der FC Bayern München mit dieser Ausstellung auf eindringliche Weise seiner Vergangenheit stellt und bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Sponsoren für die Unterstützung. Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann sagte in seinen Begrüßungsworten, dass die Stärke der Ausstellung darin läge, dass Geschichte erlebbar würde. Da es nur noch wenige Zeitzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus gäbe, sei es wichtig, eine Erinnerungskultur aufrecht zu halten und über den Fußball könne man viele Jugendliche erreichen.

Die Erinnerung wach zu halten und aus der Erinnerung lernen, forderte die Bundestagabgeordnete Esther Dilcher in ihrer Rede. Der Jugend die Schrecken der Vergangenheit anhand der Ereignisse in einem populären Fußballverein zu zeigen, sei eine gute Möglichkeit, den derzeitigen rechtsradikalen Tendenzen entgegenzutreten.

Gegen den Ungeist in der Gesellschaft aufzustehen, ist auch Dekan Dr. Gernot Gerlachs Anliegen. Er sagte, dass neben der Aufarbeitung der Geschichte wie in dieser Ausstellung auch eine Gesprächskultur zwischen den Generationen von Nöten sei. Den Arbeitskreis „Erinnern. Gedenken. Und nun?“ stellte Lars Voigtländer in seiner Rede vor. Mit dieser Wanderausstellung wollten sie vor allem Menschen erreichen und Geschichte greifbar machen.

Zum Schluss ging Andreas Wittner, Mitarbeiter des Vereinsmuseums FC Bayern Erlebniswelt, auf die Ausstellung in Breuna näher ein. Er sei beeindruckt von dem Engagement und der Organisation des Arbeitskreises und der Mitwirkung aller anderen Beteiligten. Ferner erzählte er den Besuchern, dass die jüdische Vergangenheit des FC Bayern erst vor wenigen Jahren wieder ins Gedächtnis gerufen worden war. Die etwa 60 Besucher, die Gelegenheit hatten, die Ausstellung näher zu betrachten, waren sehr beeindruckt. Vor allem die persönlichen Schicksale einiger Vereinsmitglieder gingen ihnen sehr nahe. 

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