Henne aus Breuna verschwand lange Zeit und kam dann mit 14 Küken zurück

Flucht zur Familiengründung: Kein dummes Huhn

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Die dreijährige Tochter Lisa ist ganz vernarrt in die kleinen Küken der schwarzen Maran-Henne der Familie Warnecke aus Breuna. 

Ein idyllisches Bild bietet sich jedem, der den Garten der Familie Warnecke in Breuna betritt. Auf dem Rasen neben einem Gartenteich und zwischen Blumen steht ein kleines Gehege, in dem eine Maran-Henne mit Argusaugen über ihre 14 schwarzen und gelben Küken wacht.

Bei jeder sich nähernden Person plustert sich die Glucke auf und spreizt die Flügel ab, um ihre Kleinen gegen eventuelle Gefahren zu schützen. Dabei war das kleine Familienglück zuvor schon ganz anderen Gefahren ausgesetzt.

Natascha und Markus Warnecke, Besitzer von 150 Hühnern, hatten sich schon daran gewöhnt, dass die schwarze Henne öfters mal durch den Zaun des Außengeheges ihres fahrbaren Hühnerstalls in Breuna entwischte, doch es kam meistens abends wieder. „Plötzlich war das Huhn länger verschwunden und wir hatten alle Hoffnung aufgegeben, es noch mal lebend wieder zu sehen“, erzählt Markus Warnecke. Es war ein großes Glück, dass ein Breunaer Mitbürger die Glucke mit ihren 14 Küken etwa drei Wochen später draußen auf einem Feld entdeckte.

Mit Futter und viel Geduld sammelten die Warneckes die Hühnerfamilie wieder ein und seitdem leben Henne und Küken in einem separaten, gesicherten Gehege im Garten. „Das Huhn wollte wohl auch mal Mama werden und ist ausgebüxt, weil wir abends ihre Eier aus dem Hühnerstall geholt haben“, vermutet Natascha Warnecke und betrachtet es als ein kleines Wunder, dass die Tiere draußen im Feld überlebt haben.

Soviel Mut und Cleverness einer Henne müsse belohnt werden, meint Markus Warnecke und versichert, dass das Huhn das Gnadenbrot auf der Hühnerfarm bekommen werde. Schließlich habe sie mit ihren Küken für Nachwuchs gesorgt. Außerdem können nun die Kinder Lisa und Jan hautnah das Hühner-Familienglück miterleben. Die Warneckes bezeichnen sich selber als eine „tierverrückte Familie“.

Die glücklichen Hühner von Natascha Warnecke, hauptberuflich Pflegefachkraft im Bathildisheim in Bad Arolsen, waren zuerst nur für den Privatverbrauch angedacht. Doch die Nachfrage nach frischen Eiern ließ innerhalb von vier Jahren das Hühnermobil auf 150 Hühner und einen kleinen Hofladen anwachsen.

Markus Warnecke, der hauptberuflich in einer Behindertenwerkstatt in Kassel arbeitet, führt die Familien-Schäferei mit 200 Mutterschafen weiter. Außerdem bietet er zusammen mit einem Naturschutzführer Schafwanderungen in der Umgebung an, die allerdings zur Zeit wegen Corona ausfallen.

Und der achtjährige Sohn Jan hat kürzlich sein erstes Kälbchen von seinem Taschengeld gekauft. „Die Arbeit mit den Tieren macht uns Spaß, kostet aber viel Engagement und Zeit und funktioniert nur, weil alle in der Familie mitanpacken“, sagt Markus Warnecke.

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