Hauptsache von Herzen freundlich

Was geht, was nicht? Barbara Rumpf zeigt moderne Umgangsformen während der Pandemie

Hand aufs Herz: Freundliches Grüßen während der Corona-Pandemie ist auch mit Abstand möglich. Im Bild zeigen Klaus-Dieter Henkelmann und die Trainerin für moderne Umgangsformen, Barbara Rumpf, wie man mit Abstand gut in Kontakt kommt.
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Hand aufs Herz: Freundliches Grüßen während der Corona-Pandemie ist auch mit Abstand möglich. Im Bild zeigen Klaus-Dieter Henkelmann und die Trainerin für moderne Umgangsformen, Barbara Rumpf, wie man mit Abstand gut in Kontakt kommt.

Händeschütteln ist schon lange nicht mehr die Standard-Begrüßungsmethode während der Pandemie. Immer wieder lassen sich verschiedene Rituale beobachten. Doch was ist richtig, was erlaubt?

Breuna/Volkmarsen – Es gibt ein paar Tipps, die helfen sollen. So weiß Barbara Rumpf, Trainerin für moderne Umgangsformen, dass der Gruß mit dem Ellenbogen oder sogar mit der Faust absolut nicht richtig ist. „Man soll ja in die Armbeuge im Notfall auch niesen und hat an den Händen vielleicht ja doch das Virus. Von daher sind diese beiden Methoden gar nicht geeignet“, sagte Barbara Rumpf.

Aus Wuhan sei nicht nur das Virus zu uns gekommen, sondern auch der Wuhan-Shake, bei dem man sich gegenseitig mit dem Fuß ankickt. „Bis zu welchem Alter und in welchen Schuhen halten wir das aus, ohne das Gleichgewicht zu verlieren? Sicher sieht es im Business- Umfeld auch wenig souverän aus“, sagte die Trainerin für moderne Umgangsformen.

Wie wäre es mit einer Verbeugung wie in Japan? Die endlosen Arten der Ehrerbietung mittels Kopfsenken, wie es die Japaner kennen und leben, werden wir Europäer nie lernen, erklärte Barbara Rumpf. Einfacher scheine da die indische Variante der zusammengelegten Hände zu sein: Namaste und bedeutet wörtlich übersetzt „Verbeugung dir“. Diese Selbstberührung (Hände vor dem Körper zusammengelegt) sei gesundheitlich unbedenklich, werde sich laut Barbara Rumpf aber vermutlich nicht durchsetzen.

Eine erhobene Hand, ein wenig winkend, sei schon vor Corona vielen eine beliebte Geste gewesen. „Nehmen wir uns die Queen zum Vorbild“, sagte Rumpf. Der Vorteil der erhobenen Hand sei, dass sie gleichzeitig unser Gegenüber auffordere, Abstand zu halten. „Mir persönlich gefällt die Geste, die rechte Hand auf´s Herz zu legen, „mit Abstand“ am besten. So begrüße ich mein Gegenüber herzlich. Wenn wir dabei noch die Augenbrauen hochziehen, unterstützen wir diese Herzlichkeit.“

Hauptsache von Herzen freundlich

Hand aufs Herz: Freundliches Grüßen während der Corona-Pandemie ist auch mit Abstand möglich. Im Bild zeigen Klaus-Dieter Henkelmann und die Trainerin für moderne Umgangsformen, Barbara Rumpf, wie man mit Abstand gut in Kontakt kommt.
ks_vwd29b6066d4ff9c78b008d27ae57f2a1e8.jpg © Wüllner, Monika
So nicht: Der „Wuhan-Shake“ genannte Fuß-Kontakt sollte nicht zur Begrüßung gewählt werden.
ks_vwd0adf92fb35e2373a2f26d0afc82e3029.jpg © Wüllner, Monika
So auch nicht: Der direkte Kontakt von Faust zu Faust kann Viren von einem zum anderen übertragen.
ks_vwd098fb633a501a749a9a315df64294e0e.jpg © Wüllner, Monika
Viel zu nah: Der Ellenbogenkontakt gewährleistet nicht den nötigen Abstand bei der Begrüßung.
ks_vwd4cdd92e8a25521bba5995f95563e0e64.jpg © Wüllner, Monika
Möglich: Namaste lautet die indische Begrüßung. Wird sich hier aber wohl nicht durchsetzen.
ks_vwd1fc8ed076f789087ad532a788158541b.jpg © Wüllner, Monika

Das Hochziehen der Augenbrauen wird weltweit von allen Menschen als vertrauensvolle Geste verstanden. „Und dazu ein echtes Lächeln, mit oder ohne Maske, denn das erkennt man immer an den Augen“, sagte Rumpf. Diese Variante und auch das Winken mit Abstand mag auch Klaus-Dieter Henkelmann, langjähriger Bürgermeister in Breuna.

„Früher war es doch an der Tagesordnung, jedem die Hand zu schütteln“, sagte Henkelmann, der der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Kassel und 30 Jahre lang im Amt war.

Rumpf und Henkelmann nutzten die Gelegenheit, zu orakeln, was aus der Zeit der Pandemie von den verschiedenen Begrüßungsformeln bleiben werde. „Meine Seminarteilnehmer glauben überwiegend, dass der Händedruck wieder kommen wird“, sagte Barbara Rumpf. Das glaubt auch Henkelmann. Beide können sich aber vorstellen, dass das von der jeweiligen Situation abhängig gemacht werde und man einer Situation mit der entsprechenden Begrüßung auch Wichtigkeit verleihe.

Barbara Rumpf und Klaus-Dieter Henkelmann haben alle gängigen Begrüßungsformen getestet und kommen zu dem Schluss: Hauptsache mit Abstand, von Herzen und mit Augenkontakt. Dann kommt man sich mit Abstand auch freundlich nah und in guten Kontakt – trotz der Pandemie. (Monika Wüllner)

ZUR PERSON

Barbara Rumpf (63 Jahre) ist gebürtig aus Volkmarsen und lebt auch dort. Sie ist Psychologische Managementtrainerin, Trainerin für Moderne Umgangsformen, Gedächtnistrainerin, Farb- und Stilberaterin, Visagistin, Weinexpertin, hat die Ausbildereignungsprüfung und ist Textilbetriebswirtin BTE. Sie bietet zudem Farb- Stil- und Imageberatungen und Bewerbungstrainings an. stil-image-erfolg.de

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