Herbert und Christa Rumpf heirateten vor 60 Jahren ganz in Schwarz

Seit 60 Jahren ein Team: Christa und Herbert Rumpf feiern in Oberlistingen ihre Diamantene Hochzeit. Die beiden wollen vom Ruhestand noch nichts wissen. Foto: zih

Oberlistingen. „Eigentlich können wir es selbst nicht glauben, dass wir schon 60 Jahre lang verheiratet sind. Kinder, wie die Zeit vergeht." Das sagt mit einem fröhlichen Lachen Christa Rumpf, die dabei ihren Mann Herbert anschaut.

Der strahlt zurück und greift liebevoll nach der Hand seiner Ehefrau. Am Donnerstag feiern die beiden in ihrem Haus in der Brüderstraße 30 im Breunaer Ortsteil Oberlistingen ihre Diamantene Hochzeit. Erste Gratulanten sind die Familien ihrer drei Kinder.

Am 12. März 1955 gaben sich Herbert und Christa Rumpf vor dem örtlichen Standesbeamten das Jawort. Einen Tag später bestätigten sie ihr Treueversprechen für den gemeinsamen Lebensweg vor Gott in der Oberlistinger evangelischen Dorfkirche. Obwohl dies ein wunderschöner Tag war, erinnert sich Christa Rumpf auch heute nicht gern daran. Denn statt des erwünschten weißen Hochzeitskleides musste sie ein schwarzes tragen, da sie bereits ihr erstes Kind unter ihrem Herzen trug. Die Jubilarin: „Darauf würde ich mich heute nicht mehr einlassen.“

Eigene Metzgerei 

Herbert Rumpf wurde 1931 in Oberlistingen geboren und erlernte nach dem Schulbesuch das Metzgerhandwerk, das er 1954 mit dem Meisterbrief abschloss. Bereits ein Jahr später eröffnete er in seinem Heimatort eine eigene Metzgerei und ein Schlachthaus. Der Betrieb mit acht Mitarbeitern wurde 1957 mit einer Verkaufsfiliale in Kassel erweitert. Von der Schulbank weg musste Herbert Rumpf in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges noch einrücken und wurde in Wetter bei Marburg zum Flak-Helfer ausgebildet, „noch vor Ende der Ausbildung wurden wir aber zum Glück alle wieder nach Hause geschickt“.

„Es war Liebe auf den ersten Blick.“ 

Christa Rumpf wurde 1937 im thüringischen Herges-Hallenberg geboren und flüchtete als 16-Jährige zusammen mit elf Männern bei Nacht und Nebel aus ihrem Heimatdorf in den Westen. Unterschlupf fand sie bei ihrer Cousine, die mit ihrem Mann in Oberlistingen ein Gasthaus bewirtschaftete. Dort arbeitete sie mit und lernte ihren späteren Mann kennen, der sich nach der Arbeit einen Dämmerschoppen gönnte. Beide Jubilare bestätigen einhellig: „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Neben der Familie und der Arbeit im heimischen Listinger Betrieb war Christa Rumpf bis zur Schließung der Kasseler Verkaufsfiliale dort die ganze Woche über im Einsatz. Vom Ruhestand wollen die beiden aber noch nichts wissen. Metzgermeister Herbert Rumpf stellt nämlich weiterhin für Märkte im benachbarten Westfalen die nordhessischen Wurstspezialitäten Stracke und dürre Runde her. (zih)

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