Erste Kommune im Altkreis Wolfhagen

Breuna führt Kastrationspflicht für Katzen ein

Freigänger müssen in Breuna künftig kastriert werden.
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Freigänger müssen in Breuna künftig kastriert werden.

Als erste Kommune im Altkreis Wolfhagen führt die Gemeinde Breuna eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen ein. Diesem Beschluss stimmten die Gemeindevertreter von SPD und CDU in ihrer jüngsten Sitzung zu.

Breuna. Immer mal wieder gebe es streunende Katzen oder Fundkatzen, wie Breunas Bürgermeister Jens Wiegand erklärte. Damit diese sich nicht weiter unkontrolliert vermehren können, sollen die Katzen kastriert werden. „Das dient in aller Regel dem Tierwohl“, sagt Wiegand. Eine hohe Vermehrungsrate führe dazu, dass viele frei lebende Katzen schon kurz nach der Geburt ein Leben unter schlechten, tierschutzwidrigen Bedingungen führen müssten. Auch Krankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose und weitere würden sich schneller verbreiten.

Die Gemeinde Breuna hat für die neue Kastrationspflicht rund 1000 Euro im Haushalt eingeplant. „Von diesem Geld wollen wir streunende Katzen kastrieren lassen, die keinem Besitzer zugeordnet werden können“, erklärt Bürgermeister Jens Wiegand. Diese Tiere sollen nach der Kastration nicht etwa wieder auf der Straße landen. „Wir sorgen dafür, dass sie an tierliebe Menschen vermittelt werden“, so der Breunaer Rathauschef.  

Das Thema Kastrationspflicht wurde in den vergangenen Jahren auch in anderen Kommunen im Altkreis diskutiert und aus verschiedenen Gründen wieder beiseitegelegt. In Habichtswald, Naumburg, Bad Emstal und Zierenberg ist eine Pflicht zur Kastration von Katzen derzeit nicht im Gespräch. Lediglich in Wolfhagen wird im Ordnungsamt an einer Lösung gearbeitet, wie man dem ausufernden Problem herrenloser Katzen begegnen kann. Dem Parlament soll demnächst der Vorschlag für eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen vorliegen. „Alle Freigänger-Katzen müssen dann gechipt beziehungsweise tätowiert und bei Tasso oder ähnlichen Portalen registriert werden“, erklärt Waltraud Heldt vom Ordnungsamt. Dies sei auch im Sinne der Katzenhalter, weil immer wieder Tiere aufgegriffen würden, die eigentlich Besitzer haben.

Vergangene Woche erst sei eine Katze in der Wolfhager Hans-Staden-Straße überfahren worden. „Wir haben nach einem Chip gesucht und keinen gefunden“, berichtet Held. „Deshalb konnten wie auch die möglichen Besitzer nicht informieren.“ Um die Kennzeichnungspflicht in den Fokus der Katzenbesitzer zu rücken, wolle man die Tierärzte mit ins Boot holen. (Monika Wüllner und Bea Ricken)

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