Volkstrauertag in Breuna: Gedenken an Opfer an zwei Kriegsgräberstätten

Frieden: Jeder ist gefordert

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Stilles Gedenken am Ehrenkreuz: Auf die Niederlegung von Kränzen folgte ein kurzes Innehalten. Die Aufnahme zeigt unter anderem Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann (links), die Hauptredner MdB Esther Dilcher (Zweite von rechts) und Generalmajor Michael Flüchter (Vierter von links) sowie Pfarrer Thomas Wischnath (Vierter von rechts). 

Breuna. Die Notwendigkeit des Gedenkens an Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung verliert nicht an Aktualität. Weil die Welt auch 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs keine friedlichere geworden ist.

Mahnung zur Versöhnung bleibt unverzichtbar. Dies waren die zentralen Aussagen bei der Gedenkfeier zum gestrigen Volkstrauertag auf den beiden Kriegsgräberstätten in Breuna.

Ausdrücklich einbezogen in die Erinnerung werden heute auch Opfer von Terrorismus und Rassismus sowie die Soldaten der Bundeswehr und andere Einsatzkräfte, die im Ausland ihr Leben oder ihre Gesundheit verloren haben. Eingeladen hatte die Gemeinde Breuna zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (Kassel). Abordnungen der örtlichen Vereine und Verbände bildeten gemeinsam mit Bundeswehrangehörigen ein eindrucksvolles Spalier vor dem Ehrenkreuz, der evangelische Posaunenchor Breuna und der Gemischte Chor Niederlistingen/Ersen trugen musikalisch zum feierlichen Rahmen der Gedenkveranstaltung bei. Pfarrer Thomas Wischnath sprach ein Friedensgebet.

Zur Eröffnung sagte Breunas Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann: „Es ist ein Privileg, in einer friedlichen Gegend, in einer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft zu leben. Diese Werte zu schützen ist unser aller Verpflichtung.“ Erst die Auseinandersetzung mit den Schrecken der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart sensibilisiere dafür, die Anzeichen bedrohlicher Entwicklungen und die Verharmlosung von Gewalt frühzeitig zu erkennen und sich für Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen. Als Hauptredner sprachen die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher (Hofgeismar) und für die Bundeswehr Oberstleutnant im Generalstab Michael Flüchter (Hannover).

Gewalt erlebten die Menschen heute auch über die Sprache, gab Esther Dilcher zu bedenken. In der Gesellschaft würden verbale Äußerungen immer roher und gewaltbereiter. Die Verrohung der Sprache sei unbedingt zu überdenken. Weiter appellierte sie, Mitmenschlichkeit und Hilfe den Menschen zukommen zu lassen, die in Deutschland Zuflucht suchen. Abschließend sagte sie, die Arbeit für den Frieden sei kein Auftrag allein an die staatliche Politik. Jeder Einzelne sei gefordert – in seinem häuslichen Umfeld, am Arbeitsplatz, im Umgang mit den Mitmenschen generell.

Außer den Abordnungen der Vereine und Verbände hatten sich nur wenige, ausschließlich ältere Besucher auf dem Soldatenfriedhof eingefunden.

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