Rewe investiert 48 Mio. Euro

Lagererweiterung am Standort Hiddeser Feld in Breuna an der A 44

Strom an der Lkw-Stellfläche: Demnächst Strom statt Diesel für die Kühlung. Diese Ladezonen sind beim ersten Bauabschnitt der Rewe-Logistik bereits installiert worden - wie Betriebsleiter Mike Eßmann (vorn) zeigt.
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Strom an der Lkw-Stellfläche: Demnächst Strom statt Diesel für die Kühlung. Diese Ladezonen sind beim ersten Bauabschnitt der Rewe-Logistik bereits installiert worden - wie Betriebsleiter Mike Eßmann (vorn) zeigt.

48 Millionen Euro investiert Rewe in die Erweiterung des Lagers am Standort Hiddeser Feld in Breuna. Eineinhalb Jahre wird die Bauzeit insgesamt dauern, Mitte des Jahres 2022 soll alles fertig sein.

Breuna – Dann steht das Logistikzentrum auf einer Fläche von 14 100 Quadratmetern. „Ich habe an diesem Standort festgehalten und dafür gekämpft“, sagte Betriebsratsvorsitzender Michael Adlhoch. Das sei ein wichtiges Signal an die 390 Mitarbeiter, weitere sollen eingestellt werden.

„Wir haben die richtige Qualität zum richtigen Zeitpunkt an einem tollen Platz“, sagte Jürgen Scheider, Vorsitzender der Geschäftsleitung Rewe Mitte, begeistert vom Standort nahe der Autobahn 44. Betriebsleiter Mike Eßmann erklärte, dass die Sortimentserweiterung gerade im Frischebereich beim Kunden deutlich spürbar ankommen werde. In Breuna werde allein das Trockensortiment von 3300 auf 5800 Artikel erhöht. Die Fläche wird von bisher 10 900 Quadratmeter auf 15 000 Quadratmeter aufgestockt. Bei der Tiefkühlkost werden 950 Artikel quasi griffbereit sein, zuvor waren es 700. Bei der Lagerung von Obst und Gemüse auf einer Fläche von dann 4000 Quadratmetern (bisher 2180) werde eine Temperaturtrennung eingeführt. Auf der Dachfläche des Lagers soll eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Rund 90 Haushalte könnten damit energetisch versorgt werden. In den Lkw-Stellflächen sind Elektroanschlüsse eingelassen, weil die Kühlaggregate der vorgeladenen Lkw mit kühlpflichtiger Ware künftig mit Strom und nicht mehr mit Diesel betrieben werden. Michael Adlhoch schwärmt vom Standort im Hiddeser Feld. „Vor 19 Jahren war hier noch gar nichts“, sagt er. Hier habe man für alle Kollegen etwas Gutes geschaffen. Sven Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Rewe Handels-eG Hungen und Rewe-Kaufmann aus Hofgeismar erklärt, dass mit der Weiterentwicklung des Standortes nicht nur ein größeres Sortiment angeboten werde, sondern auch Arbeitsplätze in Nordhessen gesichert würden. Rewe investiere Gewinne in Gebäude und Mitarbeiter. „Wir finanzieren uns selbst“, sagte Schäfer.

Mike Eßmann: Betriebsleiter Rewe Logistik

Die Lagererweiterung am Rewe-Logistikstandort in Breuna, im interkommunalen Gewerbegebiet Hiddeser Feld, soll ein deutliches Signal an die Mitarbeiter zur Sicherung der Arbeitsplätze sein. Das betonten alle Vertreter der Rewe-Gruppe bei einer Baubesichtigung. Die Motivation der 390 Mitarbeiter sei entsprechend hoch, wie Betriebsleiter Mike Eßmann betonte. Fertig werden soll die Erweiterung Mitte des Jahres 2022.

Das Rewe Logistikzentrum bei Breuna wurde 2003 in Betrieb genommen und habe sich seitdem sehr gut entwickelt. Allerdings sei die logistische Kapazitätsgrenze nun erschöpft. Es gab Platznot an allen Ecken. „Die Erweiterung macht uns handlungsfähiger, bringt uns Prozesssicherheit und bietet mehr Platz für neue Artikel, auch im Hinblick auf die neue Lagernetzstruktur-Strategie der Rewe-Logistik“, sagte Mike Eßmann, Betriebsleiter Rewe Breuna. 200 Rewe-Märkte und 60 Tankstellen werden von Breuna aus beliefert. An der Planung und Bauausführung sind auch heimische Unternehmen beteiligt. Auch darauf achte Rewe bei solch einer Investition.

Mit der Erweiterung sollen nicht nur Sortimente erweitert werden, sondern auch die Arbeitsprozesse für die Mitarbeiter besser werden. Dass viele Rewe-Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber treu seien, zeige auch die geplante Ehrung langjähriger Angestellter. 25, 30 und 40 Jahre seien dabei keine Seltenheit. Dafür habe Rewe eigens eine große Halle angemietet, um die Mitarbeiter zu ehren, wie Jürgen Scheider, Vorsitzender der Geschäftsleitung Rewe Mitte, erklärte. Viele von den Rewe-Mitabeitern wollten in einem Rewe-Markt ursprünglich nur vorübergehend arbeiten, um sich dann umzuorientieren. Doch meistens sei es dann dabei geblieben. „Unsere Mitarbeiter sind mit Herz dabei“, sagte auch Betriebsleiter Mike Eßmann.

Das Lager von Rewe-Logistk in Breuna wird erweitert: Derzeit läuft der erste Bauabschnitt. Mitte nächsten Jahres soll alles fertig sein.

Die derzeitige Lagerfläche wächst von rund 25 000 Quadratmeter auf 33 000 Quadratmeter Es entstehen unter anderem zusätzliche Lagerflächen im „ungekühlten“ sowie im „tiefgekühlten“ Bereich für Sortimentserweiterung und den Wegfall von heute bestehenden Shuttle-Verkehren. Zusätzlich werden Sozialbereiche für Mitarbeiter ertüchtigt und die Fläche der Entsorgung wird vergrößert.

Die Baustelle ist gigantisch. Vor Kopf steht ein riesiger Baukran, an den Betonfertigteilen wird gearbeitet und Lkw heimischer Baufirmen fahren mit schwerer Ladung in den hinteren Bereich der Baustelle. „Eine Senke auf dem Gelände wird zu einem Lkw-Parkplatz. Das Material dafür bauen wir auf dem hinteren Teil des Geländes selbst ab. Hier werden Steinplatten aus dem Boden gebrochen, zerkleinert und als Füllmaterial in die Senke verbracht“, erklärte Mike Eßmann, der die Baustelle kennt, wie seine Jackettasche. (Monika Wüllner)

Interkommunales Gewerbegebiet 

Wolfhagen ist mit 75 Prozent, Breuna mit 25 Prozent am Gewerbegebiet Hiddeser Feld beteiligt. In diesem Verhältnis teilen sich die Kommunen Kosten und Steuereinnahmen. Seit dem Jahr 2002 wird das Areal an der A 44 vermarktet. Mit der Erschließung und dem Verkauf der Flächen wurde die Hessische Landgesellschaft (HLG) beauftragt. Grundstücksverkäufe durch die HLG müssen von beiden kommunalen Parlamenten genehmigt werden. 

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