Pelzerhaken

Erinnerungen einer Frau aus Breuna an Schullandheim: Frisur von Kinderhand

Das ehemalige Landschulheim in Pelzerhaken. Der Anfang vom Ende begann bereits im Zuge der Kreisreform in den 1970er-Jahren.
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Das ehemalige Landschulheim in Pelzerhaken. (Archivbild)

Generationen haben Erinnerungen an Pelzerhaken, jenen Ostsee-Ort, an dem das Landschulheim des Landkreises Münden stand. Wir stellen Erinnerungen unserer Leser vor. Heute: Brigitte Passero-Schug.

Breuna/Pelzerhaken – Nicht nur aus dem Altkreis Münden treffen Erinnerungen unserer Leser an das Landschulheim Pelzerhaken an der Ostsee ein. Auch Brigitte Passero-Schug, die in Kassel wohnt, weiß von einem Aufenthalt im „hohen Norden“ zu berichten.

Frau aus altem Landkreis Wolfhagen war in Pelzerhaken

Sie lebte zur Zeit ihres Aufenthaltes in Wettesingen (Gemeinde Breuna), damals Kreis Wolfhagen, heute Landkreis Kassel. „Auch ich war 1955 oder 56 mit weiteren drei Schulkolleginnen zur Luftveränderung in diesem Heim“, schreibt sie uns, nachdem sie auf die Artikelreihe zu Pelzerhaken aufmerksam geworden ist. Sie und ihre Freundinnen waren zu diesem Zeitpunkt etwa zehn, elf Jahre alt. „Meine Freundin Karin hatte lange blonde Zöpfe und wollte so gerne ein Haarpony haben. Ich fühlte mich in der Lage, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Schere her und am nächsten Morgen meinte Evelin: Karin, du siehst heute so verändert aus“, schreibt sie. Evelin war ihre Betreuerin aus Neustadt, die Stadt, von der Pelzerhaken heute ein Teil ist.

Auch vom Strandleben im Landschulheim Pelzerhaken weiß sie zu berichten: „Die täglichen Ausflüge beschränkten sich damals darauf, einmal rechts und dann wieder links am Strand entlang zu gehen. Dabei sammelten wir an den Hängen die reifen Brombeeren. Wir waren im September/Anfang Oktober da, und konnten leider nicht im Meer baden“.

Karges Frühstück, dafür Spaß an der Ostsee

Auch im Radschlagen am Strand hätten sie sich geübt und die Suche nach Bernstein am Strand beschäftigte sie. Das Frühstück sah laut Brigitte Passero-Schug relativ karg aus: „Es gab jeden Morgen zum Frühstück Haferflocken mit Milch. Ich war froh darüber, dass meine Freundin Karin heimlich meinen Teller mit leerte.“

1997, mehr als 40 Jahre nach ihrem ersten Besuch, war sie mit ihrem Mann und einer befreundeten Familie aus Kiel nochmals in Pelzerhaken zu Besuch. „Gleich nahmen mich die Seeluft, die schönen Dünen und all die Erinnerungen wieder gefangen“, schreibt Brigitte Passero-Schug. (Jens Döll)

Generationen von Menschen aus dem Landkreis Göttingen waren in Pelzerhaken. Wir sammeln ihre Geschichten. Von geklauten Mercedes-Sternen, über Strandpommes, einem gruseligen Fund, Kohlrabi und Liebesromane, bis zum Koch, der für Schüler kochte.

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