1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Breuna

Concordia in Breuna ehrt drei Frauen für 75-jährige Mitgliedschaft

Erstellt:

Von: Ursula Neubauer

Kommentare

Jubilare: Anneliese Bodenhausen (vorne, von links) und Sophie Weymann werden für 75 Jahre Mitgliedschaft im Verein „Concordia - Mein Chor“ geehrt. Hintere Reihe von links Sonja Bonnet (Chor), Thomas und Marina Rumpf (Pflegeheim) und Ronja Reinhard (Chor).
Jubilare: Anneliese Bodenhausen (vorne, von links) und Sophie Weymann werden für 75 Jahre Mitgliedschaft im Verein „Concordia - Mein Chor“ geehrt. Hintere Reihe von links Sonja Bonnet (Chor), Thomas und Marina Rumpf (Pflegeheim) und Ronja Reinhard (Chor). © Ursula Neubauer

Nach dreijähriger Pause hat die Jahreshauptversammlung des Vereins „Concordia - Mein Chor“ in Breuna im März endlich stattgefunden. Zum Erstaunen der Mitglieder stellte sich heraus, dass drei Frauen seit 75 Jahren dem Chor die Treue halten.

Breuna - Bedingt durch die Pandemie mussten alle Veranstaltungen ab 2019 abgesagt werden und das Vereinsleben fand digital statt. Proben konnten in 2019 und 2020, wenn überhaupt, nur im Freien und unter Corona-Bedingungen mit großem Abstand abgehalten werden. Umso mehr freuten sich die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung, dass sie sich nun wieder persönlich treffen, gemeinsam singen und auf neue Ziele hinarbeiten können. Dass gleich drei Frauen seit 75 Jahren dem Verein angehören, das hatte es in der Vereinsgeschichte noch nicht gegeben.

Die Frauen sind alle über neunzig Jahre alt und wohnen im Pflegeheim „Haus am Walde“ in Breuna. Dort fand auch die Übergabe der Urkunden und Präsente durch die Vorstandsmitglieder Sonja Bonnet und Ronja Reinhard an Sophie Weymann und Anneliese Bodenhausen statt. Else Deuermeier konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht daran teilnehmen.

Die Frauen sind alle waschechte Brünsker (Breunaer) und unterhalten sich auch im Breunaer Platt. So war es gut, dass Thomas Rumpf, der Leiter des Pflegeheims, die Aussagen der beiden Breunaer Frauen „übersetzen“ konnte. Zu dem Zeitpunkt, als die Frauen mit Mitte Zwanzig in den Chor eintraten, waren die Lebensumstände noch etwas anders als heute. Sophie Weymann hatte neben Haushalt und Kinder auch in der eigenen Landwirtschaft zu tun.

Anneliese Bodenhausen trug Zeitung und Post aus und arbeitete später als Haushälterin beim ortsansässigen Arzt. So war das Singen im Chor auch eine willkommene Abwechslung im Alltag. Beide erinnern sich gern an die bunten Abende mit Theateraufführungen und Modenschau. Und Sophie Weymann nahm auch an den gemeinsamen Busfahrten teil.

Doch am meisten schätzten sie die sozialen Kontakte und das Gemeinschaftsgefühl, die sie im Chor gefunden hätten. Noch heute sind beide mit Eifer dabei, wenn „Mein Chor“ beispielsweise ein Weihnachtskonzert im Pflegeheim gibt.

Sophie Weymann mit ihrer Sopranstimme und Anneliese Bodenhausen mit ihrer Altstimme können, so wie auch fast alle anderen Heimbewohner, immer noch alle Liedertexte auswendig. Chorleiterin Ronja Reinhard hofft, dass der Breunaer Chor bald wieder Musikabende im Pflegeheim und im Dorf veranstalten kann. „Denn Musik hat schon immer alle Menschen erreicht“, fügt sie hinzu.

Von Ursula Neubauer

Auch interessant

Kommentare