Stochenhorste

NABU-Ortsgruppe Breuna stellt Domizil für Störche auf

Damit der Metallkorb auch in luftiger Höhe am Mast hält: NABU-Ortsgruppen-Chef Wilfried Bott (links) schaut beim Anziehen der Schrauben ganz genau hin.
+
Damit der Metallkorb auch in luftiger Höhe am Mast hält: NABU-Ortsgruppen-Chef Wilfried Bott (links) schaut beim Anziehen der Schrauben ganz genau hin.

Insgesamt zwei Storchenhorste baut die NABU-Ortsgruppe Breuna auf, um einigen der im Frühjahr aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkehrenden Tiere ein neues Zuhause für die Aufzucht ihres Nachwuchses bieten zu können.

Rhöda – „Ist das überhaupt alles gerade?“, fragt Wilfried Bott am späten Samstagvormittag, als der schwere Korb endlich am 15 Meter langen Mast angebracht ist. Der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Breuna war so sehr damit beschäftigt, Metall und Holz miteinander zu verbinden, dass er kurz mal alles andere außer Acht gelassen hat.

„Wird schon passen“, hört er einen seiner Mitstreiter aus dem Hintergrund rufen und zieht die Schrauben noch mal richtig fest. Schließlich soll alles halten, wenn der Mast gleich mithilfe von zwei Traktoren in die Hohe gehievt und im vorbereiteten, knapp zweieinhalb Meter tiefe Loch in der bei Rhöda gelegenen Wiese verankert wird.

Vielleicht kommen die ersten Klapperstörche schon im März

Die Hoffnung ist nicht unbegründet, liefert das idyllisch gelegene Areal doch alles, was das NABU-Wappentier braucht. „Es ist hier ausgesprochen ruhig, die Tiere finden jede Menge Nahrung und Gefahren wie Windkraftanlagen sind weit genug entfernt“, erklärt Botts Mitstreiter Helmut Raabe und gibt sich optimistisch, vielleicht schon im März/April die ersten Klapperstörche in den vorbereiteten Nestern im Breunaer Ortsteil zu begrüßen.

Dass sie sich hier tatsächlich niederlassen, könne man aber kaum beeinflussen. „Es muss ihnen gefallen“, sagt er und hat gemeinsam mit seinen Ortsgruppenfreunden dafür zumindest die Voraussetzungen geschaffen.

„Die Störche müssen das Gefühl haben, dass es ihr Nest ist“

„Wir haben Weiden geschnitten, als Kranz geflochten und in den Korb gesetzt, etwas Gras und Moos als Basis beigegeben, schließlich wollen und sollen ja auch die Störche selbst noch etwas reintragen“, so der Breunaer, der weiß: „Die Störche müssen das Gefühl haben, dass es ihr Nest ist.“

Die Metallkörbe, die als Fundament für das neue Storchenzuhause dienen, hat die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel zur Verfügung gestellt, die im Rahmen des Artenschutzprogramms zudem die Finanzierung des beteiligten Landschaftsbauunternehmens übernommen hat.

Sechs Stunden ehrenamtliche Arbeit

Auch für die Masten mussten die Breunaer Naturschützer nicht selbst in die Tasche greifen, die wurden gesponsert durch die EWF (Energie Waldeck-Frankenberg) und stammen von einer ehemaligen, mittlerweile abgebauten Freileitung.

Bis der erste von zwei Masten steht, dauert es eine ganze Weile, doch als alle Beteiligten den richtigen Dreh raushaben, geht alles ganz schnell. Nach insgesamt gut sechs Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat Rhöda nun zwei schmucke Storchennester in luftiger Höhe, mit denen am Ende auch Vorsitzender Wilfried Bott zufrieden ist, denn die von ihm angebrachten Körbe erweisen sich glücklicherweise als gerade. (Sascha Hoffmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.