Nach 20 Jahren: Margret Daubert (79) hat ihre Freundin wiedergefunden

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Freudentränen und lange Umarmungen bei Margret Daubert (79, links) in Wettesingen: Nach einem Aufruf in der HNA hat sie ihre langjährige Freundin Herta Fürneisen (79) wiedergefunden.

Wettesingen. Freudentränen und lange Umarmungen bei Margret Daubert (79) in Wettesingen: Nach einem Aufruf in der HNA hat sie ihre langjährige Freundin Herta Fürneisen (79) wiedergefunden.

Beim ersten Treffen waren alle überwältigt von ihren Gefühlen. Seit 20 Jahren haben sich die beiden Frauen nicht mehr gesehen. Viele HNA-Leser haben mitgeholfen, die beiden wieder zusammenzubringen. Der Artikel hat auch im sozialen Netzwerk Facebook für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Viele Hinweise führten letztlich zum Ziel.

„Ich habe gedacht, mir bleibt das Herz stehen“, sagte Margret Daubert, als ihre verloren geglaubte Freundin sich vorab telefonisch meldete. Freunde, Nachbarn und Bekannte haben nach Erscheinen des Artikels gleich bei Herta Fürneisen angerufen und ihr berichtet, dass sie gesucht werde. „Ich dachte noch, ich habe doch nichts ausgefressen“, sagte die in Spiekershausen geborene Fürneisen und muss heute darüber lachen. Sie lebt jetzt in Ihringshausen. Nur knapp 30 Kilometer von ihrer Freundin in Wettesingen entfernt.

Warum sich die beiden Frauen aus den Augen verloren haben, ist nicht mehr genau nachvollziehbar. Die Bombardierung Kassels haben sie als Kinder miterlebt, in der Schule und der Berufsschule waren sie gemeinsam. Und auch später als junge Ehefrauen haben sie sich noch getroffen. Und dann gehen beide ihren Weg, gemeinsam mit ihren mittlerweile verstorbenen Ehemännern. Margret Daubert bringt drei Jungs zur Welt, Herta Fürneisen drei Mädchen.

„Es ist erstaunlich, was Margret noch alles weiß“, sagte Herta Fürneisen und lacht. Und so ergänzen sich die beiden Damen auch heute noch. Was die eine nicht weiß, weiß die andere eben. „Wo wohnst du denn jetzt, Parterre oder im Obergeschoss“, fragte Daubert. „Im dritten Stock“, sagte Fürneisen. „Dann kann ich dich aber da nie besuchen“, entgegnete Daubert. Denn nach einem schweren Schlaganfall vor neun Jahren ist sie auf den Rollstuhl angewiesen und auch auf Hilfe. Doch das soll für ihre Freundschaft nun kein Hindernis bedeuten.

Herta Fürneisen will den Kontakt auf jeden Fall halten, auch wenn sie selbst nicht Auto fahren kann und die Verbindungen zwischen beiden Orten nicht gut sind. „Heute hat meine Tochter Urlaub und hat mich hergebracht“, sagte sie. „Du musst auch unbedingt mal mit in die Tagespflege kommen“, sagte Margret Daubert. Alle dort wollen unbedingt ihre Freundin kennenlernen.

Bei frisch gebackenen Waffeln lassen es sich die beiden gut gehen. „Dass ich dich nochmal wiedersehe“, sagte Daubert und schluchzte.

Und am Ende hat sie doch noch einen Wunsch. „Sagen Sie bitte allen, die mitgeholfen haben, Herta zu finden, ganz lieben Dank von mir.“ - Gerne!

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