Offene Gärten im Dreiländer-Eck

Niederlistingen: Ein Zitronenbaum in Nordhessen 

+
Blühende Stauden weit und breit: Auch Monika und Ralf Böhmer aus Breuna bewunderten den weitläufigen Bauerngarten der Familie Lipphardt in Niederlistingen

Gleich drei Gärten in Niederlistingen öffneten am Wochenende ihre Türen fürs Publikum. Dort gab es Zitronen, Stauden und ein Türmchen zu bestaunen. 

Die Veranstaltung fand im Zuge der Initiative „Offene Gärten im Dreiländer-Eck“ statt. Noch ist der Sommer nicht vorbei, und liebevoll gestaltete Gärten verstehen es weiterhin, ihre Betrachter zu verzaubern. So wie völlig unterschiedlich angelegte grün-bunte Paradiese in Niederlistingen, zu denen die Tore im Zuge der Initiative Gartenpartie „Offene Gärten im Dreiländer-Eck“ für jedermann weit offen standen. Mit gleich drei Zielen innerhalb des Dorfes erlebte Niederlistingen einen wahren Ansturm von Garten-Pilgern.

Die kamen zum Schauen, Fachsimpeln und Staunen. Letzteres ganz besonders vor prall hängenden Zitronenbäumen. Die veredelten, kernlosen Amalfizitronen mit der genauen Bezeichnung „Sfusato Amalfitano“ sind der ganze Stolz von Georg Cöster. Als Landwirt hatte es der heutige Ruheständler über Jahrzehnte mit ganz anderen Pflanzen zu tun, möglicherweise brachten die letzten Berufsjahre beim Stadtgartenamt Kassel den allmählichen Sinneswandel.

Inspiration aus Italien 

Den Ausschlag aber gab schließlich Cösters erste Urlaubsreise nach Italien, in Breunas Partnergemeinde Predappio. Mit 62 Jahren entdeckte er prompt sein Herz für den sonnigen Süden und dessen Vegetation. Etliche Italienreisen und -impressionen später hat sich der Niederlistinger vor der eigenen Haustür ein kleines mediterranes Reich geschaffen: mit Zypressen, Bougainvillea, Oleander, Zwergorangen-Bäumchen der Sorte Calamondin – und eben den Prachtzitronen aus Kampanien.

Nordhessen, erklärte Georg Cöster offenherzig, verlangt bei diesen Pflanzen eine Menge Einsatz. Regelmäßiges Düngen sowieso, dann aber auch zum Winter hin. Da braucht es vor allem reichlich Platz in geschlossenen Räumen. Während die Zitronen bei fünf bis zehn Grad noch gut klarkommen, wollen es die Bougainvillea mit zehn bis 15 Grad deutlich kuscheliger.

Groß, aber noch grün: Die prächtigen Amalfizitronen „Sfusato“ sorgen im Garten von Georg Cöster für Italien-Ambiente. Ernte soll nächstes Frühjahr sein.

Geduld ist auch vonnöten - gerade bei den Zitronen. Eineinhalb Jahre gehen ins Land von der Blüte bis zur Erntereife. Cöster: „Zitronen reifen nur am Baum. Die kann man nicht hinlegen wie Äpfel.“ Die jetzt viel bestaunten Exemplare – schon groß, aber grün - werden noch bis zum Frühjahr an den Bäumchen hängen müssen. Jene aber aus der diesjährigen Ernte ließen sich die Besucher als Kostproben auf der Zunge zergehen: Zitronenmarmelade, von Cöster selbst gekocht, auf Weißbrot fand reißenden Absatz.

Die ausgelegten Rezeptblätter gingen ebenfalls weg wie warme Semmeln. Dem 74-jährigen Ruheständler schwebt unterdessen ein ganz neues Projekt vor. Seine säurearmen Amalfizitronen in Bio-Qualität könnten sich auch in Likörform gut machen.

Das Türmchen: Unten wohnen die Hühner, oben spielen die Kinder. Jennifer Adam beweist bei der Gestaltung des Familiengartens höchste Kreativität.

Als kindgerechter Familiengarten begeisterte die Freizeitoase von Familie Adam: mittendrin ein imposanter Holzturm, im Familienjargon liebevoll „das Türmchen“ genannt. Unten wohnen Hühner, der moderne hölzerne Aufbau wurde für die beiden Sprösslinge als reizvolle Gartenbehausung in luftiger Höhe geschaffen. Ausladende farbenfrohe Staudenbeete im Wechsel mit Gemüseanbau bewunderten die Besucherscharen auf dem ehemaligen Bauernhof der Familie Lipphardt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.