Pfarrerin Monika Vöcking traurig über Zerstörungswut

Eingeworfene Kirchenfenster in Wettesingen

Ort der Ruhe und Besinnung: Die St. Andreas-Kirche in Wettesingen ist Anlaufstelle für Unbekannte, die ein Kirchenfenster mit Steinen bewerfen. Das Fenster liegt zwischen zwei Stützmauern und ist kaum einsehbar. Das soll sich durch aufmerksame Bewohner nun ändern.
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Ort der Ruhe und Besinnung: Die St. Andreas-Kirche in Wettesingen ist Anlaufstelle für Unbekannte, die ein Kirchenfenster mit Steinen bewerfen. Das Fenster liegt zwischen zwei Stützmauern und ist kaum einsehbar. Das soll sich durch aufmerksame Bewohner nun ändern.

Die hübsche St. Andreas Kirche in Wettesingen sollte gerade jetzt in der Pandemiezeit für viele ein Ort der Ruhe und der Besinnung sein. Doch offenbar ist sie für einige auch Anlaufstelle für Zerstörung. Denn seit einiger Zeit wird mutwillig eines der Kirchenfenster mit Steinen beworfen und zerstört. „Uns macht das sehr traurig“, sagte Pfarrerin Monika Vöcking.

Wettesingen - Neben der Traurigkeit verspüre sie auch Wut, denn schließlich würden alle etwas mit diesem außerordentlichen Gebäude verbinden. Die kleine Kirche gilt als die schönste und älteste in Nordhessen (erbaut im frühen 12. Jahrhundert). Die Pfarrerin und der Kirchenvorstand hoffen nun, dass Menschen in Wettesingen aufmerksam sind und vielleicht sehen, wer für die Zerstörung verantwortlich ist. Vor rund zwei Jahren gab es einen ähnlichen Vorfall. Auch damals wurden die Kirchenfenster durch Steinwürfe zerstört. Und es wurden auch diejenigen zur Rechenschaft gezogen, die den Schaden verursacht hatten. Der Schaden lag bei 5000 Euro. Die kleinen Fensterscheiben werden durch Bleieinfassungen gehalten.

„Wir haben im Moment aber niemanden, der das reparieren kann“, sagte Marlies Rappe vom Kirchenvorstand. Zudem würde es ja wenig Sinn machen, ständig die Scheiben ersetzen zu lassen, wenn sie dann doch wieder zerstört würden. Jetzt gelte es, aufmerksam zu sein. „Es gab immer mal wieder Beschädigungen, aber so wie jetzt, das gab es noch nicht“, so Pfarrerin Vöcking. Vor zwei Jahren hätten Kinder dann noch mit Ästen in den Scheibenlöchern gepult und noch mehr Absplitterungen im Inneren der Kirche hinterlassen. „Diese Lust an der Zerstörung ist das, was uns so irritiert“, sagte Vöcking. Der oder die Täter scheinen sich auch zwischen den beiden Mauern relativ unbeobachtet zu fühlen. Im Nachbarhaus wohnt niemand, der eventuell etwas beobachten könnte.

Ob jetzt eine Videokamera installiert werden sollte, darüber werde derzeit diskutiert. Viel lieber wäre es aber allen Beteiligten, wenn diese mutwillige Zerstörung endlich aufhören würde. „Wir setzen auf die Aufmerksamkeit der Wettesinger“, sagte Pfarrerin Vöcking, in der Hoffnung, dass sich das Thema herumspricht im Breunaer Ortsteil Wettesingen und alle ein Auge auf die Kirche haben.

„Wir versuchen hier, alles einladend zu gestalten. Für alle. Jeder ist willkommen“, sagte Marlies Rappe. Die Kirche ist während der Pandemie geöffnet. Und damit es durch die Löcher in den Scheiben nicht zugig wird, wurden bereits Plastikscheiben hinterlegt.

Von Monika Wüllner

Traurig und auch wütend: Pfarrerin Monika Vöcking aus Wettesingen vor einem beschädigten Kirchenfenster der St. Andreas Kirche.

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