Breuna

Pilotprojekt des Landkreises Kassel: Schafe halten Wege in Breuna in Form

Pilotprojekt des Landkreises Kassel: Schafe halten die Gemeinde- und Feldwege in Breuna in Form. Das soll jetzt möglichst auch in anderen Kommunen erfolgen.
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Pilotprojekt des Landkreises Kassel: Schafe halten die Gemeinde- und Feldwege in Breuna in Form. Das soll jetzt möglichst auch in anderen Kommunen erfolgen.

In Breuna ist jetzt ein Pilotprojekt des Landkreises Kassel gestartet, das der Landschafts- und Feldwegepflege dient. Schafe halten ab jetzt die Feldwege der Gemeinde in Form.

Breuna – Aufgrund der hohen Schafdichte in Breuna lässt sich das Projekt dort ganz hervorragend umsetzen. Spaziergänger und andere Nutzer der Feldwege werden durch Hinweisschilder auf temporär gesperrte Feldwege aufmerksam gemacht.

Gemeinsam haben der Zweckverband Raum Kassel, der Landkreis Kassel sowie der Zweckverband Naturpark Habichtswald an der Umsetzung gearbeitet, Feldwege und Säume wieder für ihren wichtigen Schutz und Förderung von der bedrohten Artenvielfalt zu stärken.

„Feldwege sind Biotope“

Zum einen sind sie unersetzlich für die Biotopvernetzung, zum andern bieten diese linearen Landschaftsstrukturen oftmals die letzten Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Auch für die Naherholung – und somit die Attraktivität für den Tourismus – spielen vielfältige und blütenreiche Säume eine wichtige Rolle.

„Feldwege sind Biotope“, sagte Jürgen Düster vom Fachdienst Landschaftspflege beim Landkreis Kassel. Heute würden Feldwege kaum noch gemäht. Das müsse aber sein, um Unkraut aus dem angrenzenden Getreide fernzuhalten. Das Mulchen wiederum gefalle dem Naturschutz nicht. Deshalb soll Kommunen nun eine Empfehlung gegeben werden, wie das umsetzbar ist.

Der Landkreis fördert 80 Prozent der Kosten

Auf Dauer würden Feldwege sonst verarmen. Gemeinsam mit dem Zweckverband sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden. Acht Schäfer von insgesamt 40 hätten Interesse angemeldet. So soll Tieren der Vorrang vor mechanischer Pflege gegeben werden. Mit im Boot war direkt Ortslandwirt Horst Hohmann aus Breuna. „In Gemeinschaft kann man viel erreichen“, sagte Hohmann.

Der Landkreis fördert das Projekt mit 80 Prozent der Kosten, die Kommune trägt 20 Prozent. „Wir wollen neue Wege gehen und für Akzeptanz werben“, so Landrat Andreas Siebert. Er wünsche sich, dass es im Landkreis Kassel viel mehr solcher Maßnahmen geben würde. Das gehe aber nur mit viel Vorarbeit. (Monika Wüllner)

Große Bedeutung

Feldwege und Säume (oder Raine) sind lineare Vernetzungselemente im Biotopverbundsystem. Die „grüne Infrastruktur“ ha viele Funktionen. Sie dient nicht nur zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Feldflur als Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsraum gefährdeter Offenlandarten, sondern stellt ebenso einen elementaren Teil der Kulturlandschaft für die Naherholung dar. Das Pilotprojekt des Landkreises könnte dazu dienen, Feldwege mit andern Augen zu betrachten.  

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