Schreckliche Tat nach 56 Ehejahren

Rentner aus Breuna soll im Wahn Frau mit Hammer erschlagen haben

Schreckliche Tat in Breuna: Ein Rentner soll seine Frau im Wahn erschlagen haben
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Schreckliche Tat in Breuna: Ein Rentner soll seine Frau im Wahn erschlagen haben

Mit einem Fäustlingshammer soll er seine schlafende Ehefrau im Wahn erschlagen haben. Jetzt muss sich der 77-Jährige vor Gericht verantworten

Breuna - 56 Jahre war ein 77-jähriger Mann aus Breuna mit seiner Frau verheiratet. Am Morgen des 27. Januar des vergangenen Jahres nahm er einen Fäustlingshammer und schlug damit mehrfach auf den Kopf der auf dem Wohnzimmersofa schlafenden Ehefrau. Die 74-jährige Frau starb Minuten später an ihren schweren Verletzungen. Wegen Heimtückemordes steht der Mann seit Mittwoch vor der 10. Strafkammer des Landgerichts. Eine Strafe droht ihm in dem sogenannten Sicherungsverfahren aber nicht: Weil er die Tat wegen einer psychischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat, muss die Kammer von Richter Geisler darüber befinden, ob von dem Beschuldigten eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht und ob er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Seit Mai ist der Mann im psychiatrischen Krankenhaus Haina untergebracht, wo er auch wegen seiner depressiven Erkrankung therapiert wird. Zuvor saß er im Wehlheidener Gefängnis in Untersuchungshaft, nachdem er direkt nach der Tat mit dem eigenen Auto zur Polizeistation in Wolfhagen gefahren war und sich mit den Worten „Ich habe meine Frau erschlagen“ gestellt hatte. In Begleitung seines Verteidigers Klaus Uwe Haake war der Angeklagte mit einem Rollator in den Gerichtssaal geschlurft. Er wirkte gebrochen und gebrechlich und musste von Justizbediensteten in die Anklagebank geführt werden.

Trotzdem schilderte er selbst mit leiser Stimme in seinem Geständnis die Tat, die „eine Vorgeschichte“ habe. 2004, im Jahr seines Eintritts in den Ruhestand, habe er von einer Firma die Dachziegeln seines Wohnhauses in Breuna abspritzen lassen. Im Jahr 2019 sei bei ihm die Wahnidee entstanden, dass dabei das mit Schadstoffen belastete Wasser auf sein und auf die Grundstücke der Nachbarn gespritzt sei, sodass er jetzt eine teure Bodensanierung bezahlen müsse, die ihn völlig ruinieren und in die Armut treiben werde.

Um seiner kranken Frau diese Schande zu ersparen, habe er sie mit dem Hammer erschlagen, als sie schlief. „Ein gemeinsames Leben in Sicherheit war nicht mehr möglich. Wenn ich gestorben wäre, hätte meine Frau das ganze Problem allein gehabt. Das durfte nicht passieren“, zitierte Richter Geisler eine Aussage des Beschuldigten vor der Polizei. Heute wisse er, dass das ein „Wahnsinnsfehler“ war.

Von Thomas Stier

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