Landkreis Kassel richtet Sperrbezirk ein

Faulbrut bedroht Honigbienen in Breuna

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Bienen krabbeln auf Waben: Das Symbolbild zeigt ein gesundes Bienenvolk. In Breuna ist an einem Standort die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Dort wurde im Umkreis von einem Kilometer ein Sperrbezirk eingerichtet. 

In einem Bienenbestand in der Kerngemeinde Breunas wurde die Amerikanische Faulbrut festgestellt. Zum Schutz gegen die Verbreitung dieser Seuche hat der Landkreis Kassel die Kerngemeinde Breuna im Umkreis von einem Kilometer unter Quarantäne gestellt und zum Sperrbezirk erklärt.

Für Menschen besteht keine Gefahr und auch der Honig ist nicht problematisch, wie Landkreissprecher Harald Kühlborn auf Nachfrage mitteilte. Die Amerikanische Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Alle Bienenvölker und Bienenbestände im Sperrbezirk werden amtstierärztlich untersucht.

Diese Untersuchung wird frühestens zwei, spätestens neun Monate nach der Behandlung oder Tötung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker und Bienenstände wiederholt. Die Besitzer sind verpflichtet, diese Untersuchungen vornehmen zu lassen. Bewegliche Bienenstände dürfen nicht von ihrem Standort entfernt werden. Darüber hinaus dürfen Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und Gerätschaften nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Auch dürfen Bienenvölker und Bienen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden. Alle Besitzer von Bienenvölkern im Sperrbezirk müssen den genauen Standort und die Anzahl der Bienenvölker an das zuständige Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Wolfhagen melden.

Menschen können sich an der Faulbrut nicht anstecken. Der Erreger kann leicht von Bienenvolk zu Bienenvolk durch „Verfliegen“ der Bienen – so wird der Wechsel zu einem anderen Volk genannt – aber auch durch Honig, Futtervorräte, Wachs und Waben übertragen werden. Die Bazillen sind sehr widerstandsfähig und bilden Dauersporen, die jahrzehntelang keimfähig bleiben. Die Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut ist aufwendig.

So sind Imker gesetzlich verpflichtet, bereits allein den Seuchenverdacht dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Eine medikamentöse Behandlung befallener Völker bringt keinen Erfolg und ist in Deutschland wegen der Rückstandsproblematik verboten. Befallene Bienenstände werden nach den gesetzlichen Vorschriften entweder durch das sogenannte Kunstschwarmverfahren behandelt – oder getötet. Danach wird der Stand gründlich gereinigt und desinfiziert.

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