Mein Chor Breuna und Gastchöre feierten krummen Geburtstag

Singen ist doch gar nicht altbacken

Breuna. Singen im Chor gilt landläufig noch immer als angestaubtes Hobby.

Mit diesem Klischee räumte Mein Chor Breuna am Samstagabend im proppenvollen Dorfgemeinschaftshaus ordentlich auf. Der vor zwei Jahren aus dem altehrwürdigen Gesangverein Concordia hervorgegangene Chor meisterte die fröhlich verpackte Aufklärungsmission mit der Unterstützung ebenfalls sangesstarker Bühnengäste. Weil die musikalische Party einen offiziellen Anlass brauchte, wurde kurzerhand der 137,5. Concordia-Geburtstag gefeiert.

Heiter wie das Motto „Rund kann jeder“ gestalteten drei Vokalensembles, der Posaunenchor Breuna und originelle Vereinsgratulanten ein fast vierstündiges Programm, das das Publikum mit stürmischem Applaus, Jubelpfiffen und Forderungen nach Zugaben begleitete.

Jung, frisch und ambitioniert - so lernten die Zuhörer den Projektchor Stammen unter der Leitung von Larissa Grigoryan mit einem bunten Stücke-Mix aus seinem Repertoire kennen. Nicht weniger überzeugten Living Voices aus Bründersen mit Christoph Knatz, der den Abend auch am Piano und Akkordeon begleitete. Selbst mit gerade mal neun Sängern lässt sich trefflich Chormusik machen, wie die Bründerser bewiesen.

Alle Aktiven zusammen stellten moderne Chormusik in ihren verschiedensten Facetten vor. „Singen im Chor ist auch nach 137,5 Jahren nicht aus der Mode gekommen“, sagte mit ansteckendem Lächeln Ronja Reinhard, die zusammen mit Yvonne Schmidt-Volkwein die musikalische Leitung der Breunaer inne hat. Das Dirigentinnen-Duo präsentierte beim zweiten großen Auftritt von Mein Chor nach dem Adventskonzert im vorigen Jahr eine ebenso homogene wie hochmotivierte Sängerformation, deren Begeisterung für das gemeinsame Singen aus jedem Ton herausklang wie etwa bei „The Lion sleeps tonight“ in der Brünske Textversion. Bei Mein Chor darf ungeachtet aller ernsthaften Arbeit immer wieder auch gelacht werden. Sinn für Humor zeigten die Türkis-Schwarzen, so die Farbe der Chorkleidung, auch beim lustigen Holzhackerlied, das die männlichen Mitglieder in der ersten Reihe sogar dazu verführte, mit Öffnen ihrer Karohemden freie Blicke auf Sängerbrüste zu gewähren.

Rosa Puschen

Einen kuriosen Auftritt in Bademantel und rosa Puschen legte Vorsitzender Frank Wiegand hin: In eben diesem Aufzug ist er in einem kleinen Mein-Chor-Imagefilm zu bestaunen, der für das Singen nicht nur in der Badewanne wirbt (auf Youtube).

Von den örtlichen Vereinen gratulierten zum krummen Geburtstag neben dem Posaunenchor auch Kirmesclub und Feuerwehr, Sport- und Tränkenfestverein mit eigenen heiteren Beiträgen. Der lange Abend rund um die Chormusik zeigte eindrucksvoll: Gesang kommt auch heute noch an. Und: Mein Chor Breuna kann sich eines riesigen Fanclubs sicher sein.

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