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Widerstand aus Nordhessen gegen Atommüll-Transporte

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Von: Monika Wüllner

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In Breuna werden Menschen auf das Thema Atommüll durch Transparente und Plakate aufmerksam gemacht.
In Breuna werden Menschen auf das Thema Atommüll durch Transparente und Plakate aufmerksam gemacht. © Monika Wüllner

Die Diskussionen um die Errichtung eines zentralen atomaren Bereitstellungslagers in Würgassen für das Endlager Konrad in Salzgitter gehen auch in Nordhessen weiter.

Breuna - Hierzu fand Ende Januar eine Videokonferenz, auf Einladung des Breunaer Bürgermeisters Jens Wiegand, mit über 30 nordhessischen Politikern statt. Erfreulich sei, dass neben dem Landrat des Landkreises Kassel, Andreas Siebert, weitere Mitglieder des Kreistages, einige Bundestagsabgeordnete und Landtagsabgeordnete sowie nordhessische Bürgermeister an der Konferenz teilnahmen, heißt es in der Pressemitteilung. Dirk Wilhelm, Vorsitzender der Bürgerinitiative Atomfreies Drei-Ländereck, informierte über die Gefahren, die das Projekt, das direkt an der Weser verwirklicht werden soll, enthalte und das aus Sicht der Gegner völlig unzureichende Standortauswahlverfahren. Ferner berichtete er, dass es bisher keinen belastbaren Beweis gebe, ob überhaupt eine Notwendigkeit für ein zentrales Bereitstellungslager bestehe. Alternativ solle die Möglichkeit einer direkten Zulieferung aus den bestehenden Zwischenlagern nach Salzgitter betrachtet werden. In Kürze werde von den Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben, das aus Nordhessen von allen Teilnehmern der Videokonferenz ausdrücklich befürwortet wurde.

Wenig Interesse von der Landesregierung

Bisherige Aktivitäten aus Nordhessen in Richtung des Bundesumweltministeriums hätten keine zufriedenstellenden Lösungen gebracht und auch die hessische Landesregierung zeige bisher wenig Interesse, sich diesem Thema anzunehmen. Aus der Video-Veranstaltung heraus kam die Idee, sich zukünftig besser zu vernetzen, die Kräfte zu bündeln und so mehr Strahlkraft auf die verantwortlichen Ministerien zu erzeugen. Eine Petition an den Bundestag sei in Vorbereitung, ferner wäre eine Anfrage für eine Videokonferenz mit den Entscheidern im Bundesumweltministerium angestoßen, um so alle Bedenken persönlich aufzuzeigen. In der Videokonferenz sei sehr deutlich geworden, dass es bei allen Aktivitäten nicht um das „Sankt-Florians-Prinzip“ gehe. Den Teilnehmern der Konferenz sei eine umweltverträgliche, kosteneffiziente und sichere Entsorgung des Atommülls in Deutschland wichtig. Daher werde die Art und Weise, wie es zur Entscheidung zu einem Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Würgassen gekommen sei, abgelehnt und gefordert, dass die Kriterien sowie die Notwendigkeit eines Bereitstellungslagers neu von einem unabhängigen Gremium in einem öffentlichen, nachvollziehbaren, transparenten Verfahren erarbeitet werde.

Transporte würden auch durch Breuna rollen

Hintergrund der Diskussion ist, dass Atommüll-Transporte zu einem geplanten Lager nach Würgassen auch durch den Ort nahe der Autobahn 44 rollen könnten. Denn sehr oft wird Breuna als Ausweichstrecke genutzt, wenn die Autobahn durch Unfälle, Staus oder Bauarbeiten dicht ist. Frank Krakenberg, Mitglied im Ortsbeirat, der Gemeindevertretung in Breuna und Moderator der Sitzung, hat aufwändig recherchiert und das Thema unter die Lupe genommen. Wichtig ist der Gemeinde Breuna, Einwohner zu informieren und zu sensibilisieren.

Jens Wiegand Bürgermeister Breuna
Jens Wiegand Bürgermeister Breuna © Monika Wüllner
Andreas Siebert Landrat Kreis Kassel
Andreas Siebert Landrat Kreis Kassel © Alia Shuhaiber

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