Bäume werden beschnitten und wieder tragfähig gemacht

Streuobstwiese bei Wettesingen braucht Pflege

Machen die Streuobstwiese fit Doris Hauck, Willi Bott, Paul Horn, im Baum Rebecca Forner, Lutz Knauf und Peter Kohn
+
Die Streuobstwiese zwischen Wettesingen und Breuna wird gepflegt

Damit die schöne Streuobstwiese zwischen Wettesingen und Oberlistingen nicht vergreist, wird sie derzeit gepflegt.

Das heißt, dass Bäume unter anderem auch von ihrer schweren Last befreit werden, weil manche Äste so schadhaft sind, dass sie bei der nächsten Frucht abbrechen würden. Finanziert wird diese Pflege durch das Förderprogramm Artenschutz und Hessischer Biodiversitätsstrategie der Oberen Naturschutzbehörde /Regierungspräsidium Kassel. Dort engiert sich Carolin Breuer als Sachberabeterin für den Naturschutz. 10 000 Euro stehen dafür zur Verfügung, das Geld wird über drei Jahre aufgeteilt. Die Arbeiten führen die Fachleute Rebecca Forner und Lutz Knauf aus.

Ein richtig schönes Fleckchen Erde ist das Quellgebiet zwischen Oberlistingen und Wettesingen, wo die Streuobstwiese liegt. Früher war das die Gemeindefläche für die Bürger zur Nutzung. 180 Apfel- und Birnbäume stehen dort. „Bei der Arbeit hier geht es vordergründig um den Lebensraum Streuobstwiese, eher nicht um das Obst“, sagte Lutz Knauf. Insekten, Vögel und Kleinsäuger tummeln sich dort, und damit diese Tiere weiterhin einen Lebensraum haben, ist es wichtig, die Streuobstwiese zu pflegen. Zudem weiden Schafe die Fläche unter den Bäumen ab.

Bäume sind bis zu 80 Jahre alt

Die 70 bis 80 Jahre alten Obstbäume tragen neben beliebten Obstsorten auch sogenannte Wirtschaftssorten. Pro Baum fällt dann schon mal eine halbe bis eine Tone Früchte an. Deshalb sei es jetzt auch wichtig, die Bäume zu pflegen und zu schneiden und Gewicht rauszunehmen. Durch Bruch würde ganz viel verloren gehen. „Diese Bäume sind absolut erhaltenswert, der Standort ist gut, der Boden ist auch gut“, erklärte Baumpflegerin Rebecca Forner, Fachagrarwirtin für Baumpflege und Baumsanierung. Dabei zeigt sie Beispiele auf, was passiert, wenn die Äste die schweren Früchte nicht mehr tragen können. Und das gelte es zu vermeiden. „Kultivierte Bäume brauchen Nachsorge. Das hier sind Veredelungen und die sind quasi auf Pflege angewiesen“, wie Lutz Knauf erklärte. Man könne diesen Ort mit den Streuobstbäumen auch als lebendiges Kulturdenkmal bezeichnen.

So sieht Pflege aus: Vorn ein neu gepflanzter Baum, dahinter ein gepflegter und dann ein gebrochener Baum.

Die Gruppe hat sich darauf eingeschworen, das Interesse der Einwohner mehr auf diesen natürlichen Lebensraum zu lenken. Und zusätzlich soll ein Pflegekonzept ausgearbeitet werden, wie Breunas ehemaliger Förster Willi Bott erklärte.

Lecker: Doris Hauck hat Fallobst aufgelesen.

Übrigens werden aus dieser Streuobstwiese auch Äpfel für Silka Bio-Apfelsaft verwendet. Auf der Streuobstwiese wird nicht einfach drauf losgeerntet. Die Bäume sind verpachtet, damit alles seine Ordnung hat.

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich bei der Arbeitsgruppe Streuobstwiese des Arbeitskreises Natur und Umwelt der Gemeinde Breuna melden. Sprecher der Gruppe ist Willi Bott.

Unterschlupf: Da, wo mal ein Ast war, ist ein großes Loch im Baum entstanden, zeigt Paul Horn. Wer da wohl Unterschlupf findet?

Die AG Streuobst kartiert die zahlreichen Bestände in allen Ortsteilen und sucht nach Lösungen zur Pflege und Erhalt sowie zur sinnvollen Ernte mit Saftherstellung und Absatz in der Gemeinde Breuna. (Von Monika Wüllner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.