Umweltlotterie ermöglicht Projekt zu Artennachweis

Suche nach Wildkatzen unterhalb der A44-Talbrücke bei Breuna

+
Im Gehege: Diese Wildkatze wurde im Wildtierpark Edersee fotografiert. Jetzt soll mit einem Lockstock-Monitorin untersucht werden, ob sie auch unterhalb der Autobahnbrücke bei Breuna ihr Streifgebiet hat. 

Breuna. Der Kreisverband Kassel im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland will erforschen, ob Wildkatzen ihre Streifgebiete unterhalb der Talbrücke der A44 bei Breuna haben.

Mit dem Zusatzgewinn der Umweltlotterie in Höhe von 5000 Euro lässt sich ein Lockstock-Monitoring verwirklichen. In Wettesingen wurden jedenfalls schon Wildkatzen gesichtet, wie Revierförster Wilfried Bott auf Anfrage der HNA erklärte.

Lange Zeit galt die Europäische Wildkatze fast überall in Deutschland als ausgestorben, doch mittlerweile streift sie wieder durch Hessens Wälder. So etwa in den ausgedehnten Waldlandschaften von Kellerwald und Reinhardswald nordwestlich von Kassel. Auch auf den grünen Korridoren zwischen den beiden Waldgebieten ist sie in den vergangenen Jahren heimisch geworden – das haben die Naturschützer des Kreisverbandes in mehreren Projekten herausgefunden.

Streifen unterhalb der Talbrücke bei Breuna Wildkatzen umher? Das soll jetzt ein Lockstock-Monitoring beweisen. Der Kreisverband des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland will zusätzlich auch Fotofallen aufstellen. 

Hand in Hand mit den neuen Revieren gehen allerdings neue Gefahren für die kleinen Tiger. „Für viele von ihnen stellen Hessens Straßen ein unüberwindliches Hindernis dar. Da ist die A44 leider keine Ausnahme – ganz im Gegenteil, denn sichere Querungsmöglichkeiten sind hier nur wenige vorhanden“, sagte Stefan Bitsch, Geschäftsführer des BUND-Kassel. Eine davon sei das Tal des Rödaer Baches, das die A44 mit einer weiten Talbrücke bei Breuna überspanne.

Ob die Wildkatze dieses Areal aber ebenfalls für ihre Streifzüge nutzt, beschäftigt die ehrenamtlichen Naturschützer schon lange. Antworten sollte das extra dafür ins Leben gerufene Projekt „Lebt die Wildkatze auch bei der Talbrücke Breuna?“ liefern, doch die Umsetzung war bislang unerreichbar. Zu teuer das aufwendige Monitoring mithilfe der sogenannten Lockstock-Methode, weshalb Bitsch das Projekt bei der Umweltlotterie für den mit 5000 Euro verbundenen Zusatzgewinn anmeldete. Mit Erfolg: Die Wochengewinner im Landkreis Kassel entschieden sich jetzt unter sieben zur Wahl stehenden Projekten für das Wildkatzen-Projekt. Damit kann das Vorkommen der scheuen Vierbeiner bei Breuna nun untersucht werden.

„Im November werden wir die Lockstöcke setzen, an denen sich die Wildkatzen reiben. Danach heißt es dann für uns: Haarproben einsammeln und im Labor untersuchen lassen“, sagte Bitsch.

Unterstützt wird das Lockstock-Monitoring durch das Aufstellen von Fotofallen und eine anschließende Bildauswertung. Das Spielprinzip der Umweltlotterie ist weltweit einmalig: Jeder Tipper gibt auf seinem Spielschein eine hessische Postleitzahl an und erhält pro Los eine fünfstellige Identifikationsnummer. Aus allen teilnehmenden Losen wird dann die Los-ID gezogen, auf die der garantierte Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro entfällt und die gleichzeitig den Gewinner-Landkreis bestimmt. Alle teilnehmenden Lose im Landkreis des Hauptgewinners gewinnen außerdem ein Umweltprojekt. Welche Natur- und Umweltprojekte mit 5000 Euro gefördert werden, entscheiden die jeweiligen Wochengewinner der Lotterie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.